Es stand in der 11. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung des Freistaats Bayern: "Der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum ist untersagt." Doch diese Vorschrift wurde vom Verwaltungsgerichtshof gekippt - Alkoholverbote dürfen nur für genau definierte öffentliche Plätze ausgesprochen werden, nicht für die gesamte Fläche des Freistaats.

In Coburg gibt man sich abwartend. "Wir haben momentan kein Problem mit Alkohol im öffentlichen Raum", sagt Ordnungsamtsleiter Kai Holland. Außerdem brauche die Stadt eine Rechtsgrundlage für ein Alkoholverbot, und die liege noch nicht vor.

Und wenn, müsse man diese neue Verordnung des Freistaats auch erst einmal daraufhin überprüfen, ob die darin genannten Voraussetzungen auf Coburg passen.

Alkoholkonsum im öffentlichen Raum sei in Coburg ohnehin schon eingeschränkt, erläutert Holland: Nach der Sicherheitsverordnung der Stadt dürfen alkoholische Getränke im öffentlichen Bereich nur im Gehen oder Stehen konsumiert werden - außer, man sitzt in einem Biergarten oder im Außenbereich einer Gaststätte. Grundlage dafür ist aber nicht der Infektionsschutz, sondern die Regelungen zur öffentlichen Sicherheit.

Ähnlich sieht es in anderen fränkischen Städten aus: Auch in Bayreuth gilt ohnehin ein Alkoholverbot in der Innenstadt, in Parks sowie auf Spielplätzen. Derzeit werde geprüft, ob das Alkoholverbot auf diejenigen Straßen und Plätze ausgedehnt werde, wo auch Maskenpflicht herrsche, sagte ein Sprecher. Auch Bamberg prüft, ob weitere Regelungen nötig sind. "Streng genommen ist es ja so, dass wir Ausgangsbeschränkungen haben, und das Verlassen des Hauses zum Alkoholtrinken in der Fußgängerzone ist wohl kein triftiger Grund", sagte ein Sprecher. sb, mit dpa