Fast 2900 Menschen arbeiten im Kreis Haßberge zu Niedriglöhnen; darunter sind rund 530 Beschäftigte, die im Bereich kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus tätig sind. Die Daten stammen aus dem Report "Tatort Niedriglohn in Bayern", den der DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund) Bayern in Zusammenarbeit mit der Forschungsabteilung Flexibilität und Sicherheit am Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) erstellt hat, teilte der DGB mit. DGB-Kreisvorsitzender Sandy Koppitz sagt hierzu: "Niedriglöhne sind kein Randphänomen mehr. Wir werden es nicht hinnehmen, dass Menschen vom wachsenden Wohlstand abgekoppelt sind und mit Armutslöhnen abgespeist werden."

Unter der Niedriglohnschwelle

Gemäß einer Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit sind alleine in der Region Haßberge rund 2900 Vollzeitarbeitsplätze dem Niedriglohnsektor zuzurechnen. Besonders hoch ist das Niedriglohnrisiko für Beschäftigte im Wirtschaftszweig kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus (34,3 Prozent). Viele Beschäftigte erhalten den Angaben der Gewerkschaft zufolge einen Lohn unterhalb der bundesweiten Niedriglohnschwelle von 11,21 Euro pro Stunde.

"2887 Beschäftigte in Vollzeit, die nur Niedriglöhne erhalten, sind aber leider nur die Spitze des Eisbergs in der Region. Hinzu kommen noch Teilzeitkräfte und Beschäftigte in Minijobs. Alleine bei den Minijobs in Bayern sind sieben von zehn dem Niedriglohn zuzurechnen", so Koppitz weiter.

Für den DGB im Kreis Haßberge ist klar: "Tarifverträge entfalten ihre Wirkung gegen Niedriglöhne. In den Betrieben, in denen Tarifverträge gelten, geht es den Beschäftigen besser, sind die Löhne höher und die Arbeitsbedingungen besser." red