Der Lockdown für das Hotel- und Gaststättengewerbe im Kreis Haßberge trifft nicht nur die rund 120 Unternehmen mit voller Wucht, sondern bringt auch die 1100 Arbeitnehmer in existenzielle Nöte, warnt die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG).

Nach Angaben der Arbeitsagentur beschäftigt die Gastronomie im Landkreis Haßberge 734 Menschen in 93 Betrieben. Weitere 351 Beschäftigte arbeiten in 23 Unternehmen des Beherbergungsgewerbes.

"Köchinnen, Kellner und Hotelangestellte haben seit dem Frühjahr mit massiven finanziellen Einbußen durch die Kurzarbeit zu kämpfen. Wegen der meist niedrigen Löhne im Gastgewerbe und des fehlenden Trinkgeldes sind nun auch die letzten Reserven aufgebraucht. Das Geld reicht kaum mehr für die Miete - von Weihnachtsgeschenken ganz zu schweigen", sagt Ibo Ocak, der Geschäftsführer der NGG-Region Unterfranken.

1000 Euro

Die NGG fordert deshalb die Bundesregierung auf, den Beschäftigten im Gastgewerbe eine Corona-Sofort-Nothilfe in Höhe von 1000 Euro zu zahlen. "Die Politik greift den Firmen mit enormen Summen unter die Arme, um eine Pleitewelle zu verhindern. Jetzt darf sie die Beschäftigten nicht im Regen stehen lassen", so Ocak.

Nach der Einschätzung der NGG würden sich die Kosten für eine Beschäftigten-Nothilfe im Dezember auf rund 600 Millionen Euro belaufen. Zum Vergleich: Die Unternehmenshilfen im Gastgewerbe kosten den Staat laut Bundesregierung allein in diesem Monat 17 Milliarden Euro.

Außerdem müsse, so die Gewerkschaft in ihrer Pressemitteilung weiter, die Auszahlung der Unternehmenshilfen an den Erhalt von Arbeitsplätzen geknüpft werden. "Es darf nicht sein, dass sich Wirte und Hoteliers jetzt 75 Prozent des Vorjahresumsatzes erstatten lassen und wenig später ihre Mitarbeiter vor die Tür setzen", unterstreicht Ocak. Zwar befänden sich die Unternehmen in einer historisch einmaligen Krise. Diese müsse aber gemeinsam mit den Beschäftigten ausgestanden werden - nicht zuletzt, um Fachkräfte zu halten, die nach der Pandemie dringend benötigt würden. red