Im Oktober musste der Marktgemeinderat die Änderung des Flächennutzungsplanes im Parallelverfahren mit der Aufstellung des Bebauungsplanes Industriegebiet Ost II/C vertagen, weil die wasser- und abwassertechnische Erschließung noch nicht beurteilt war. Zudem hat die Stadt Kulmbach für ihre Stellungnahme noch um Geduld gebeten, erinnerte Bürgermeister Martin Bernreuther. Doch in der jüngsten Sitzung konnten jetzt endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden.
Generalplaner Berthold Hofmann aus Thurnau legte in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates alle weiteren Stellungnahmen offen. Die Stadt Kulmbach befürwortete, dass durch das neue Industriegebiet die Wirtschaft gestärkt werden soll, gab allerdings zu bedenken, dass alle Belange eines Grund-, Mittel- und Oberzentrums berücksichtigt werden sollen. Außerdem solle Thurnau sein Ansiedelungspotenzial und die Flächengrößen des Industriegebietes überprüfen.
"Dass Thurnau interessant für ansiedelungswillige Betriebe ist, steht außer Frage. Thurnau liegt direkt an der Autobahn. Außerdem wird nicht das gesamte Industriegebiet auf einmal erschlossen, sondern es soll stufenweise ausgebaut werden - in drei Stufen", erklärte Architekt Hofmann. Bereits jetzt sind 42 000 Quadratmeter Fläche in dem neuen Industriegebiet verkauft. "Der Bedarf ist vorhanden, zumal ja auch in Kulmbach/Melkendorf und in Kasendorf/Krumme Fohre ein Gewerbegebiet ausgewiesen wird", merkte Hofmann an.


Nur ein kleiner Teil ist neu

Die nutzbare Baufläche liegt übrigens lediglich bei 16,74 Hektar, sagte Bürgermeister Martin Bernreuther. Der größte Teil des neuen Industriegebietes ist bereits als gewerbliche Fläche ausgewiesen. "Wir weisen nur 3,93 Hektar als neue Gewerbefläche aus", so der Bürgermeister.
Gegen das Gewerbegebiet haben weder der regionale Planungsverband noch die angrenzenden Kommunen Kasendorf und Wonsees Bedenken angemeldet.
Größere Änderungen gegenüber der Ursprungsplanung hat die Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes Hof nach sich gezogen. Das Schmutzwasser soll über das bestehende Mischwassersystem abgeleitet werden, allerdings soll das bestehende Regenüberlaufbecken aufgelassen werden und stattdessen durch einen Regenüberlaufkanal und ein Regenrückhaltebecken abgeleitet werden. Beim Niederschlagswasser soll die Ableitung in zwei Schmutzkategorien erfolgen, hat sich das Wasserwirtschaftsamt ausbedungen. Das Niederschlagswasser der Dächer und der Verkehrsflächen wird getrennt abgeleitet. Außerdem müsse sichergestellt sein, dass Oberflächenwasser nicht breitflächig abfließt.
Einstimmig verabschiedeten die Thurnauer Marktgemeinderäte die Würdigungen und Kommentare zu den Stellungnahmen und gaben grünes Licht für den Bebauungsplan.