Wer regelmäßig zum Trebgaster Kirchweihkonzert in die Johanneskirche kommt, weiß, was ihn erwartet: Musik von besonderen Ensembles mit besonderen Instrumenten. Dieses Jahr war es das Alphornensemble aus Weimar.

Die Begeisterung für das längste Klangholz der Welt ging bei den drei Hornisten Stephan Katte, Ralf Ludwig, Jens Pribbernow und Tubist Georg Bölk so weit, dass sie 1995 ihre Instrumente aus Fichten des Thüringer Waldes selbst anfertigten. Ihre Freude war groß, als aus den einstigen Baumstämmen nach zwei Wochen Arbeit die ersten Töne erklangen, die die gewaltige Fülle und Mächtigkeit eines Blechblasinstruments mit der Weichheit eines Holzblasinstruments vereinen. Töne, die durch die prächtige Akustik in der Trebgaster Kirche bestens zur Geltung kamen.

Für manchen Besucher mag sich schon die Frage gestellt haben: Alphorn auf dem Berg - ja, das ist okay. Aber Alphorn in der Kirche, und dann noch in Kombination mit einer Orgel - passt das zusammen? Nach eineinhalb unterhaltsamen Stunden waren sich alle einig: Es passte.

Blieb noch eine zweite Frage: "Wer hat‘s erfunden?" Die sich aufdrängende Antwort "natürlich die Schweizer" ist etwas vorschnell. Denn so eindeutig ist das nicht. Wo genau das Alphorn seine Ursprünge hat, ist nicht gänzlich geklärt.

Beeindruckend war schon der Beginn: Aus den vier Ecken des Kirchenschiffes erklangen traditionelle Schweizer Hirtenmelodien aus der ältesten Sammlung von Alphornmusik. Die "Sonata a cinque in D-Dur" - von Guiseppe Torelli für barocke Trompeten geschrieben - wurde für vier Alphörner und Orgel bearbeitet. Die Klangfülle war gewaltig, als alle Instrumente einsetzten. "Wir benutzen gerne barocke Literatur, weil diese prinzipiell für Naturhörner oder Naturtrompeten geschrieben wurde", erklärte dazu Stephan Katte, der durch das Programm führte. "Durch die Stimmung unserer Alphörner in D steht uns eine große Palette von Musik für Trompetenensembles und Orgel zur Verfügung." Als Beispiel dienten Ausschnitte aus Händels "Wassermusik". Mit der Orgel-Meditation "Abide with me" zeigte auch Kirchenmusiker Thomas Grünke, dass er Freude an diesem Konzert hatte.

Souverän, wie die Meisterbläser ihre 4,30 Meter langen Instrumente beherrschten. Es erfordert hohe Sensibilität, Lippen- und Atemkraft.

Mit Musik aus Oberwallis schloss sich der Kreis. Ein eindrucksvolles Konzert klang beinahe beschwingt aus. So, als wollten die Hirten vom Berg herab einen Gruß ins Trebgast-Tal schicken. Die Besucher grüßten mit viel Applaus zurück. hd