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Herzogenaurach

Gesungene Passion

Der Chor "Vocanta" singt Stücke aus verschiedenen Jahrhunderten über die Leidensgeschichte Jesu.
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Der Erlanger Chor "Vocanta" gastiert mit seinem Konzertprogramm "Jesu, meine Freude" dreimal in der Region. Am Samstag, 21. März, ist ein Auftritt um 19.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Magdalena von Herzogenaurach und am Sonntag, 22. März, um 19 Uhr in der Stiftskirche Herrieden geplant. Bereits am Samstag, 7. März, gastiert der Chor auf Einladung der Kirchenmusik an St. Matthäus in Erlangen und ihrer Kantorin Susanne Hartwich-Düfel um 19.30 Uhr in der Matthäus-Kirche am Ohmplatz statt. Karten für das Erlanger Konzert sind erhältlich über www.reservix.de und an der Abendkasse.

Die klassische Passionsgeschichte, wie sie aus den Passionen von Schütz oder Bach bekannt ist, wird in diesen beiden Konzerten vom Erlanger Chor "Vocanta" nicht zu hören sein. Der Chorleiter Joachim Adamczewski hat Stücke zur Passionszeit aus verschiedenen Jahrhunderten zusammengestellt, welche die Leidensgeschichte Jesu in kleinen Szenen darstellen. Zwei Texte aus der liturgischen Eucharistiefeier rahmen das Programm ein. Das innige "Ave verum corpus" von Imant Ramish erklingt als "Introitus". Die Klammer am Ende des Konzerts bildet das "Lux aeterna" von Edward Elgar, mit der Hoffnung auf Auferstehung, welche die Christen an Ostern feiern. Dazwischen erklingen Motetten von Bach, Hartl, Kodály, Mauersberger, Adamczewski, Pärt und Nystedt.

Die Motette "Jesu, meine Freude" von Johann Sebastian Bach, vermutlich eine Trauermotette, macht Mut, durch die Abkehr von den weltlichen Dingen und die Hinwendung zum Geist Jesu, die Traurigkeit zu überwinden. Im "Lobpreis des Vaters" von Heinrich J. Hartl schenkt uns Jesus die Zuversicht, wenn wir eine schwere Last zu tragen haben. "Jesus und die Krämer" von Zoltán Kodály erinnert in seiner Dramatik stark an die Turbae-Chöre aus der Johannespassion. Schonungslos drückt Kodály die Wut Jesu über den Missbrauch des Tempel Gottes durch die Krämer aus.

Trauer und Trost

Die Trauermotette "Wie liegt die Stadt so wüst", die Rudolf Mauersberger am Karsamstag des Jahres 1945 unter den Eindrücken des Zweiten Weltkrieges geschrieben hat, erinnert uns 70 Jahre nach Kriegsende beklemmend an die Zerstörung Dresdens. Trost finden die Zuhörer abschließend in der Motette "Sei getrost" von Joachim Adamczewski, der in seiner Vertonung die Hoffnung und Zuversicht auf Gott setzt, auch in dunklen Zeiten.

Eine bewährte Unterstützung erhält "Vocanta" in diesem Konzert vom Mädchenchor des Christian-Ernst-Gymnasiums Erlangen. Arvo Pärts Motette für vierstimmigen Frauenchor "Peace upon you, Jerusalem" knüpft inhaltlich an die Motette "Wie liegt die Stadt so wüst" von Mauersberger an. Sie drückt die Freude und die Dankbarkeit der Pilger bei der Ankunft in der Heiligen Stadt Jerusalem aus. Wer seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht, ist Kernaussage der Motette "Seek ye the Lord" des norwegischen Komponisten Knut Nystedt.

Eine spannende und selten gehörte Kombination von Stücken, die das Passionsgeschehen mit unterschiedlichen stilistischen Mitteln aus vier Jahrhunderten erzählt. red