Ein neues "Strategie- und Kontrollgremium" soll die Geschäftspolitik des Klinikkonzerns Regiomed der vergangenen Jahre untersuchen. Darüber informierte Regiomed am Dienstag.

Eingesetzt wurde das neue Gremium von den Vertretern der Gesellschafter: Stadt und der Landkreis Coburg (über ihren Krankenhauszweckverband), die Landkreise Lichtenfels, Hildburghausen und Sonneberg sowie die Stadt Schleusingen. Das Gremium soll vor allem klären, inwieweit Auftragsvergaben, Unternehmensentscheidungen, Beauftragungen von Beraterbüros und Rechtsanwaltskanzleien für Regiomed zu einem Schaden geführt haben könnten. Das fragen nicht nur die Gesellschafter, sondern auch die Betriebsräte.

Vorsitzender des Kontrollgremiums ist Walter Arnold. Er war über 20 Jahre Mitglied des hessischen Landtages und Finanzstaatssekretär. Er hat Erfahrungen als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Universitätsklinik Frankfurt, Friedrichsheim und der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim. Er gilt laut Regiomed als erfahrener Krankenhausfachmann, Netzwerker und Profi in der Szene.

Betriebsräte dabei

Dem Strategie- und Kontrollgremium sollen außerdem insgesamt acht Gesellschaftervertreter und die Betriebsräte im Aufsichtsrat von Regiomed angehören. Die erste Sitzung soll Ende Januar stattfinden. Die Analysen, Ergebnisse und Handlungsempfehlungen sollen spätestens zur Aufsichtsratssitzung im März 2019 vorliegen.

"Wir werden dann mit den vorgelegten Ergebnissen sachgerecht umgehen und, wenn nötig, auch die entsprechenden Konsequenzen ziehen. Wir wollen dann mit diesem Strategie- und Kontrollgremium die Analyse für das schlechte Jahresergebnis 2018 abschließen und uns dann auf die Weiterentwicklung von Regiomed und wieder den wichtigen Zukunftsaufgaben widmen", werden der Lichtenfelser Landrat Christian Meißner, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, und der designierte Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke zitiert (derzeit noch Vorstand des Uniklinikums Augsburg). Meißner verweist darauf, dass es den Gesellschaftern darum gehe, dass die Regiomed-Krankenhäuser in kommunaler Hand bleiben. Dafür sei der Konzern mit insgesamt über 5000 Mitarbeitern vor zehn Jahren gegründet worden.

Durch Synergien im Konzern und durch Spezialisierung der einzelnen Krankhäuser sollten den Landkreisen und Städten als Trägern Defizite erspart werden. Dies sei gelungen, betont Meißner. Auch der Verlust 2018 werde die kommunalen Haushalte nicht belasten. red