Von "schweren Geschützen" sprach Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU), die in dem Leserbrief "Warum das Vertrauen in die Politik schwindet" vom 14. Juni zum Verkauf eines gemeindlichen Grundstückes gegen ihn aufgefahren wurden.

Der Bürgermeister zeigte in einem chronologischen Ablauf zum Baulücken-Management der Gemeinde Himmelkron auf, dass es sich seiner Meinung nach immer um einen transparenten Vorgang gehandelt hat, die Anschuldigungen wie "tricksen" und "täuschen" sind für ihn auf kommunaler Ebene nicht nachvollziehbar.

Nach der Erschließung des Baugebietes "Königsberger Straße" in den Jahren 2017/2018 habe die Gemeinde ein Baulücken-Management betrieben, um einzelne Baugrundstücke noch zu vermarkten und einer Bebauung zuzuführen. Auch das umstrittene Grundstück am Friedhof habe dazu gehört, und wie Bürgermeister Schneider nachweisen konnte, hat der Gemeinderat in seiner öffentlichen Sitzung am 22. Oktober 2019 erstmals darüber beraten und am 25. Oktober ein entsprechendes Schreiben an die Evangelische Kirchengemeinde gerichtet. Schneider: "Wir wollten wissen, ob man sich eine Umwidmung dieser Grundstücksfläche vorstellen kann. Am 4. Dezember erhielten wir die Antwort, dass aktuell kein Bedarf an einer Erweiterung des Friedhofes besteht. Zu bedenken gab man aber, dass es nicht abzusehen ist, wie der Bedarf in 20 oder 30 Jahren aussieht. Wir haben es dann im Gemeinderat so gewertet, dass die Kirchengemeinde damit einverstanden ist, wenn wir diese Fläche für eine Wohnbebauung überplanen, zumal wir die Fläche schon seit über 30 Jahr dafür vorgehalten haben."

Dann habe es zwei nichtöffentliche Sitzungen gegeben, und in der öffentlichen Sitzung am 31. März 2020 habe die Bauverwaltung erneut die möglichen Varianten für eine Wohnbebauung aufgezeigt. Das notwendige Verfahren sei aber zurückgestellt worden, und erst in der nichtöffentlichen Sitzung des Bauausschusses vom 15. Juli sei man zum Ergebnis gekommen, das Grundstück auf der Homepage der Gemeinde im Baulücken-Kataster zum Kauf anzubieten. Am 4. August 2020 sei in nichtöffentlicher Sitzung einstimmigen beschlossen worden, das Grundstück öffentlich zum Kauf anzubieten.

Der Bürgermeister: "Zu diesem Zeitpunkt lag bereits ein Schreiben vor, dass ein Kollege im Gemeinderat sein Interesse für das Grundstück angemeldet hat. Da war dann die Meinung im Gemeinderat, um den Vorwurf einer Vetterleswirtschaft zu vermeiden, den Verkauf nochmals auf der Homepage der Gemeinde anzubieten. Der Gemeinderatskollege war auch hier der einzige Bewerber."

Am 4. August 2020 habe der Gemeinderat dann einstimmig dem Verkauf zugestimmt und sich dabei an die Richtwerte der Kaufpreissammlung des Landratsamts gehalten. Am 26. Januar 2021 sei es zum Aufstellungsbeschluss, dabei im beschleunigten Verfahren, am 23. Februar 2021 zum Auslegungs- und Billigungsbeschluss gekommen. Als Satzung sei die Änderung am 18. Mai 2021 beschlossen worden. Alle Abstimmungen seien einstimmig erfolgt. Bürgermeister Schneider dazu: "Der betroffene Gemeinderat nahm an beiden Beschlüssen wegen einer persönlichen Beteiligung nicht teil, so dass auch hier keine Rechtsfehler begangen wurden." Entscheidend für den einstimmigen Satzungsbeschluss sei dann die Tatsache, dass die Evangelische Kirchengemeinde über eine mögliche Erweiterungsfläche unmittelbar in südlicher Richtung verfüge. "Diese Fläche muss etwas aufbereitet werden, weil sie zum Main etwas abfällt, aber das kann man regeln." Abschließend sprach Schneider von einer böswilligen Unterstellung, die Gemeinde habe den Gemeinderat getäuscht, um in relativ kurzer Zeit das Grundstücksgeschäft zum Abschluss zu bringen, dabei habe das Verfahren von November 2019 bis Mai 2021 gedauert. "Da haben wir uns als Gemeinde und ich mir als Bürgermeister nichts vorzuwerfen."

Pfarrer Michael Krug machte deutlich, dass die Kirchgemeinde die politische Entscheidung respektiere: "Auch unsere Prognose ist unsicher. Die Bestattungskultur ändert sich, und ich war nach der Sitzung am 18. Mai froh, es war ein Kompromiss, es war auch im Gemeinderat so eine gute Stimmung, und ich kann nicht nachvollziehen, dass so nachgetreten wird."