von unserem Mitarbeiter Gerhard Schmidt

Ebern — Der Vizepräsident Günther Hennig und die Schriftführerin Susanne Göller von der Heimat- und Wanderakademie des Deutschen Heimat- und Wanderverbands mit Geschäftsstelle in Bischberg bei Bamberg haben als Lehrmeister fungiert. Sie schulten über 80 Stunden hinweg gleich zehn Tage lang sieben Wanderfreunde aus den Haßbergen, Würzburg, Saarbrücken, München und dem Steigerwald. Ziel war es, sie zu qualifizierten Wanderführern für Natur und Landschaft auszubilden.
Alle sieben Personen bestanden die Prüfung mit 106 von 120 möglichen Punkten, was 88 Prozent der Anforderungen entsprach. Mit etwas in der Landschaft herumlaufen ist es nämlich nicht getan; gefragt ist vielmehr eine solide Ausbildung zum geprüften Wanderführer.
In einer Blitzlichtrunde zum Abschluss der Übergabe der Zertifikate wurde sehr deutlich dargestellt, dass die Wanderführer in den zehn Tagen zu einer Interessengemeinschaft zusammengewachsen sind. "Die Wellenlänge stimmte", wie es einer der Prüflinge ausdrückte. Einige der Teilnehmer meinten, die Schulung hätten sie sich ganz anders vorgestellt.

Neue Freiräume

Susanne Göller erklärte, dass heute Wandern nicht bedeute, mit kariertem Hemd und Lederhose durch die Landschaft zu laufen. Wandern heiße, wie die Heimat- und Wanderakademie es beschreibt, "gemeinsam Natur und Landschaft entdecken, Wege erwandern und Freiräume gewinnen, die Sinne aktivieren und bei sich ankommen, Verantwortung übernehmen, Nachhaltigkeit fördern und Spaß haben".
Die Gebietsvereine, zu denen auch der gastgebende Haßbergverein gehört, betreuen und markieren ehrenamtlich in Bayern 39 000 Kilometer Wanderwege, die der Allgemeinheit kostenlos zur Verfügung stehen, um dem Wanderer und Touristen die Landschaft in ihrer Eigenart und Schönheit zugänglich zu machen.
45 000 Arbeitsstunden pro Jahr sagen schon deutlich aus, welchen Aufwand die Mitglieder der einzelnen Gebietsvereine für die Betreuung der Wanderwege zugunsten der Allgemeinheit leisten.

Zeitgemäße Angebote

Dies sind nicht nur örtliche Wege, sondern auch überregionale Wanderwege wie der Mainwanderweg oder Main-Donau-Wanderweg, Kinder des Landesverbands, der sich im Aufbruch befindet und neue Angebote wie Geocaching oder Lama-Touren entwickelt, gleichzeitig aber seinen Wurzeln treu bleibt. Der Heimat- und Wanderverband bezeichnet sich gern als Mentor für die bayerische Kulturlandschaft, wozu auch der Denkmalschutz gezählt wird.