"Es ist nicht sinnvoll", meint Bürgermeister Werner Burger, "wenn wir Gemeinderäte zahlenmäßig geringer besetzen dürfen, nur weil die Bevölkerungen unter tausend gerutscht ist." Damit spielte er in der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend auf die Vorgaben der bayerischen Gemeindeordnung an, die die Anzahl der Gemeinderäte von der Zahl der Bevölkerung abhängig macht.

Im Fall Grafengehaig musste das Gremium nach der Kommunalwahl im Mai 2020 von bisher zwölf auf nun acht reduziert werden. Das macht laut Burger keinen Sinn, denn die Aufgaben des gesamten Gemeinderats würden damit nicht geringer, sondern nur auf weniger Schultern verteilt - und das in einer "freiwilligen und unbezahlten Tätigkeit, die überaus großen Einsatz erfordert. Einsatz in zeitlicher Hinsicht, aber auch mental und oft auch finanziell, da die damit verbundenen Aufwendungen durch die Sitzungsentschädigungen nicht gedeckt werden". Die nun nur noch acht Gemeinderatsmitglieder sollen jetzt die Angelegenheiten und Wünsche in 28 Dörfern, Weilern und Einöden sammeln, sich deutlich formulierte Kritik anhören und das alles ins Gremium einbringen; eingedenk der Erfahrung, "dass man es trotzdem nicht allen, eigentlich niemandem recht machen kann".

Mit dieser Kritik verband Burger seinen Dank an diejenigen Gremiumsmitglieder, die sich dennoch der undankbaren Aufgaben stellen, insbesondere aber an diejenigen, die sich bereits jahrelang in den Dienst der Kommune gestellt, bei der letzten Kommunalwahl aber nicht mehr kandidiert hatten. Pandemiebedingt mit eineinhalbjähriger Verspätung verabschiedete Bürgermeister Burger nun fünf Gemeinderäte: Rudi Kemnitzer, den er als "sehr umtriebig" charakterisierte, der in Eppenreuth immer das Ohr am Bürger hatte und deren Sorgen in den Gemeinderat brachte, "was sonst nicht zu uns durchgedrungen wäre". Des Weiteren Manuel Nahr, der sich um Rappetenreuth und Walberngrün gekümmert habe, sowie Artur Vießmann, "der uns in Baufragen immer weitergeholfen und sich auch für ,Unner Lädla' eingesetzt hat". Alle drei gehörten dem Gemeinderat zwölf Jahre an. Sechs Jahre im Gemeinderat war Hans Eichner, den Burger als "besonderen Gemeinderat" bezeichnete, da er, aus der Verwaltung kommend, zudem als ehemaliger Kämmerer mit seinem Fachwissen auch über seine Zeit als Gemeinderat hinaus der Gemeinde "immer ein verlässlicher Partner war und ist". Burger verabschiedete schließlich auch Klaus Lauterbach, der sich vor allem für den Ort Walbern-grün engagierte. Klaus Klaschka