Er sei durchaus überrascht gewesen, als er erfahren habe, dass die Basilika Marienweiher auch von parteipolitischer Seite eine Zuwendung für die Sanierung erhalten soll. Das stellte Pater Adrian Manderla bei der Übergabe eines Schecks über 100 000 Euro durch Landtagsabgeordneten Rainer Ludwig (FW) am Mittwochnachmittag fest. Dies zeige wieder einmal, dass man durch Zusammenarbeit viel erreichen könne, so der Geistliche.

Dieser stattliche Zuschuss sei insbesondere deshalb willkommen, betonte Hans Pezold (WGM) für die Kirchenstiftung Marienweiher, da die Sanierung des Gotteshauses und seiner Orgel doch einen siebenstelligen Betrag verschlinge.

Auch wenn sich die Erzdiözese Bamberg mit zwei Dritteln an den Kosten beteilige, bleibe der Rest für die kleine Kirchenstiftung doch eine große Belastung. Trotz derzeit steigender Baukosten sei die Kostenkalkulation nur um acht Prozent überschritten worden - und das trotz eines nachträglich gefundenen Wasserschadens, so Pezold. Des Weiteren müsse man ja auch an die Instandhaltung des gesamten Kirchenareals samt seiner weiteren Gebäude denken.

5000 Pilger im Jahr

"Die 100 000 Euro aus dem bayerischen Staatshaushalt, die ich für die Freien Wähler zugunsten der Basilika beantragt hatte, sind zu keiner Zeit strittig gewesen", berichtete Rainer Ludwig. Marienweiher sei immerhin einer der ältesten Wallfahrtsorte und ziehe jedes Jahr 5000 Pilger an. "Zudem hat das Gotteshaus mit seiner jetzt wiederhergestellten barocken Pracht touristische Bedeutung für die Region und strahlt weit ins Land aus."

Deshalb sei er mit seinem Antrag auf eine Zuwendung für die Basilika bei der Landtagsfraktion auch auf offene Ohren gestoßen, ebenso beim Koalitionspartner CSU, der den Zuschuss seinerseits ergänzte. Bei der Entscheidung sei es dann auch nicht um Politik gegangen, sondern "um die Sache selbst".

Den Antrag auch seitens des Landratsamts zu befürworten, sei eine Selbstverständlichkeit gewesen, ergänzte Landrat Klaus Peter Söllner (FW). Ebenso hätten sich die Oberfrankenstiftung und das Bayerische Denkmalamt an den verbleibenden Kosten beteiligt.

Die finanzielle Unterstützung sei zur rechten Zeit gekommen, sagte Bürgermeister Franz Uome (CSU). Er wies zudem darauf hin, dass als Nächstes das neue Pilgerzentrum im Umfeld der Basilika entstehe, für das Kosten von 4,8 Millionen Euro kalkuliert seien. "Ein Riesenbatzen" sei dies - neben den weiteren Investitionen für ein Bürgerbegegnungshaus, die Marktleugast derzeit schultere. Damit spielte Uome indirekt darauf an, dass der Kommune auch dafür Zuwendungen von parteipolitischer Seite willkommen wären.

Für die "stolze Summe" dankte auch Norbert Volk (WGM), der betonte, dass man immer gemeinsam für die Basilika zusammenarbeite.