Kommt er oder kommt er nicht? Kommt er früher oder kommt er später? Kommt er provisorisch - und wenn ja, wo? In Sachen Regionaler Omnibusbahnhof (ROB) ist weiterhin alles in der Schwebe. Klar ist allen Beteiligten nur, dass der kommen muss. Denn ohne ROB würde dem Regionalbusverkehr, für den es in den kommenden Jahren ja große Pläne gibt, die zentrale Drehscheibe fehlen.

Zuletzt haben sich Stadt und Landkreis darauf verständigt, im Zuge des Atrium-Abrisses und Neubaus an der Ludwigstraße Verbesserungsmöglichkeiten für die bisher schon im Bahnhofsumfeld bestehenden Bussteige prüfen und planen zu lassen. Denn das bereits im Jahr 2009 ins Auge gefasste Areal nördlich des Bahnhofsvorplatzes, wo sich unter anderem ein Pendlerparkplatz befindet, wird von der Deutschen Bahn bis zum Ende des ICE-Ausbaus durch Bamberg als Baustelleneinrichtungsfläche beansprucht. Das würde bedeuten: Ein ROB könnte dort erst Mitte der 2030er Jahre realisiert werden. Das Nahverkehrskonzept des Landkreises sieht aber die Umsetzung von enger getakteten Regionalbusverbindungen nach und aus Bamberg bereits ab 2024 vor.

Signale aus Berlin

"Wir sind fest entschlossen, die Busverkehre zwischen Stadt und Landkreis schnellstmöglich zu verknüpfen und damit das ÖPNV-Angebot spürbar zu verbessern", hatten Landrat Johann Kalb (CSU) und OB Andreas Starke (SPD) Ende Mai in einer gemeinsamen Erklärung verkündet. Durch die Umplanungen für das Atrium habe sich nun in der Ludwigstraße eine neue Option eröffnet. Von einer Zwischenlösung war die Rede, da in einem Gespräch von Landkreis und Stadt Bamberg mit Vertretern des DB-Konzerns Anfang Februar die Bahn "erneut nur eine sehr vage Perspektive für eine Realisierung des ROB zwischen Bahnhofsgebäude und der Unterführung Zollnerstraße bis ins Jahr 2034 aufgezeigt" habe.

Die Grünen in Stadt und Landkreis wollen nach wie vor nicht akzeptieren, dass die Weigerung der Bahn, das begehrte Grundstück erst nach dem Ausbau freizugeben, in Stein gemeißelt ist. "Einer Abstimmung bezüglich der Planungen der Stadt Bamberg zur Errichtung eines ROB steht die DB AG aufgeschlossen gegenüber", habe es auf eine kleine Anfrage ihrer Abgeordneten Lisa Badum an die Bundesregierung geheißen. "Das wirkt doch wie eine Einladung", stellt Badum laut einer Pressemitteilung fest - und fordert Landrat und OB auf, erneut das Gespräch mit der Bahn zu suchen.

Ein weiteres Indiz dafür, dass die Bahn nicht zwingend auf das ROB-Gelände angewiesen sei, leiten die Grünen ebenfalls aus der Antwort auf Badums Anfrage ab. Demnach umfasst der Flächenbesitz der Bahn entlang der Bahntrasse durch Bamberg insgesamt 13 Hektar (130 000 Quadratmeter - das Wunschareal am Bahnhof ist etwa 3500 Quadratmeter groß). Da "scheint es doch so, dass genügend Ausweichflächen vorhanden sind", meint die Grünen-Landtagsabgeordnete Ursula Sowa dazu.

Die Kreistagsfraktion der Grünen habe im Juli einen Sachstandsbericht zum Thema ROB beantragt, berichtet Kreisrat Thomas Ochs. Man habe nun die Antwort bekommen, dass es "zu gegebener Zeit" behandelt werde. "Das macht doch eher den Eindruck, als nehme man die Blockadehaltung der Bahn als gegeben und unabänderlich hin, anstatt offensiv für eine zeitnahe Umsetzung einzutreten", kritisiert Ochs.

Im Bauausschuss informiert

Von den Kreisgremien hat sich zuletzt der Bau- und Wirtschaftsausschuss Anfang Juli mit dem ROB befasst. Dabei betonte Landrat Kalb das Interesse an einer zwischen Stadt und Landkreis abgestimmten Planung für den Bereich "Neues Atrium". Laut Sitzungsprotokoll "auch mit Blick auf den angestrebten Regionalen Omnibusbahnhof". Ziel des Landkreises sei es, zusammen mit der Stadt Bamberg eine Grundlagenermittlung in Auftrag zu geben.