Während die Menschen mit der Covid-19-Pandemie zu kämpfen haben, sind auch immer wieder Tiere von Seuchen bedroht. Im jetzigen Fall handelt es sich um die Geflügelpest. Damit diese nicht in den Landkreis Coburg eingeschleppt wird, ordnet das Landratsamt Coburg eine Stallpflicht für die Tiere ab morgen, 11. März, an. Somit soll eine Ausbreitung der Geflügelpest auf die Nutz- beziehungsweise Haustierbestände in der Region verhindert werden. Diese Pflicht zur Aufstallung des Geflügels gilt auch für die Stadt Coburg, teilt deren Pressesprecher Louay Yassin mit.

Wie das Landratsamt Coburg mitteilt, stammt das Virus der Geflügelpest (HPAI) - auch Vogelgrippe genannt - aus der Wildvogelpopulation. Durch die Stallpflicht und die konsequente Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen soll der Kontakt zwischen Wildvögeln und Haus- und Nutzgeflügel vermieden werden. Um eine weitere Ausbreitung der Geflügelpest in der Wildvogelpopulation rasch zu erkennen, wird in Bayern das bestehende Wildvogelmonitoring konsequent weitergeführt.

Seit Herbst 2020 breitet sich die Geflügelpest bundesweit aus. Derzeit sind in Deutschland über 650 Fälle von Geflügelpest amtlich festgestellt worden. In Bayern sind insgesamt aktuell 23 Fälle bei Wildvögeln sowie vier Fälle in privaten Hausgeflügelbeständen amtlich festgestellt worden.

Fälle im Kreis Haßberge

Eine Garantie, dass sich die Seuche nicht in Stadt und Landkreis Coburg ausbreitet, gibt es allerdings nicht. Denn Stadt und Landkreis haben viele Fließgewässer, kleinere Seen oder Teiche, die den natürlichen Lebensraum der betreffenden Wildvogelarten darstellen. Zudem nimmt das Friedrich-Löffler Institut an, dass es beim Frühjahrsvogelzug nordischer Wasservögel zu weiteren starken Wanderbewegungen kommt. Außerdem grassiert die Seuche bereits im Nachbarlandkreis Haßberge.

Das Landratsamt weist darauf hin, dass eine Ansteckung des Menschen mit dem Erreger über infizierte Vögel oder deren Ausscheidungen in Deutschland bislang nicht bekannt geworden ist. Enger Kontakt zu krankem oder verendetem Geflügel sollte dennoch vermieden werden. Tote Wildvögel sollten nicht berührt oder bewegt werden. Für den Fall, dass an einer Stelle mehrere verendete Vögel entdeckt werden, ist der Fachbereich Veterinärwesen am Landratsamt Coburg zu informieren. Aktuelle Informationen zur Geflügelpest sind auf der Homepage des Landkreises Coburg (https://www.landkreis-coburg.de/980-0-Veterinaerwesen.html) hinterlegt. red