130 Jahre Jakob Kaiser - in einer öffentlichen Veranstaltung wollen der Arbeitskreis Politik und Gesellschaft der Europa-Union und der Arbeitskreis Geschichte das politische Wirken dieses großen Deutschen und geborenen Hammelburgers würdigen. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 30. Oktober, 19 Uhr, bei Weinbau Ruppert in Hammelburg statt.

Jakob Kaiser, einer der führenden Politiker der deutschen Nachkriegszeit wurde vor genau 130 Jahren in Hammelburg geboren. Neben Konrad Adenauer und Kurt Schumacher war er einer der herausragenden politischen Persönlichkeiten in der Zeit von 1945 bis 1949 und innerhalb der CDU der innerparteiliche Rivale Adenauers.

Winfried Benner berichtet über die Familiengeschichte, referiert über das "Kaiserreich" und die Widerstandszeit Jakob Kaisers. Der Vortrag von Reinhard Schaupp steht unter dem Titel: "Wir wollen Brücke sein - eine kritische Würdigung des politischen Lebens von Jakob Kaiser". Das Referat führt in die Nachkriegsgeschichte und die Anfänge der Bonner Republik.

In der Weimarer Republik war Kaiser Landesgeschäftsführer der Christlichen Gewerkschaften (Rheinland und Westfalen), seit 1928 Mitglied des Reichsvorstandes der Zentrumspartei und bis 1933 Reichstagsabgeordneter. Zu Zeiten des Nationalsozialismus befand er sich mit Gewerkschaftern und Sozialdemokraten im aktiven Widerstand, entging durch Flucht der Verhaftungswelle nach dem Attentat vom 20. Juli 1944.1948/49 war er als Berliner Vertreter nicht stimmberechtigtes Mitglied des Parlamentarischen Rates, dann Vorsitzender der Sozialausschüsse der CDU und von 1949 bis 1957 Minister für gesamtdeutsche Fragen. red