Der Wirtschaftsplan 2021 der Gemeindewerke Neuenmarkt samt Finanz- und Investitionsplan ist beschlossene Sache. Die Mitglieder des Werkausschusses verabschiedeten das Zahlenwerk einstimmig. Es schließt im Erfolgsplan bei den Erträgen mit 800 079 Euro und bei den Aufwendungen mit 862 742 Euro ab. Der Vermögensplan umfasst knapp 2,2 Millionen Euro. Für die Umsetzung der eingeplanten Investitionen ist eine Kreditaufnahme von 1,88 Millionen Euro notwendig.

Bürgermeister Alexander Wunderlich (CSU) machte deutlich, dass die Gemeindewerke dringend einige "Hausaufgaben" erledigen müssen. Dazu zählte er die Neuverlegung eines Abwasserkanals vom Rosenweg zur Dorfstraße. Weiter sprach Wunderlich die Erschließung des Gewerbegebiets "Wirsberger Straße" mit der Erweiterung eines Regenrückhalteteiches an. "Es liegen große Aufgaben vor uns."

Die Investitionen im Abwasserbereich erfordern einen Gesamtaufwand von 1,812 Millionen Euro. Bei der Wasserversorgung beläuft sich der Gesamtinvestitionsaufwand auf 217 405 Euro. Dickster Brocken sind hier die Restkosten für den Wasserleitungsbau im Baugebiet "Steigengasse" (121 205 Euro).

62 000 Euro fehlen

Der prognostizierte Fehlbetrag liegt bei 62 663 Euro. Bei den Photovoltaikanlagen können die Gemeindewerke mit einem Überschuss von 4531 Euro rechnen. Die Ausgaben im Vermögensplan werden in erster Linie über die Darlehensaufnahme und eine Entnahme aus Rücklagen (119 375 Euro) finanziert.

Siegfried Decker (NG) sah mit Blick auf die drastische Verschuldung die Notwendigkeit, besonderes Augenmerk auf die Refinanzierung zu richten. Werkleiter Robert Behrendt machte deutlich, dass man nicht umhinkommen werde, die Gebühren nach oben zu schrauben. Hier liege man aber auf Kreisebene nach wie vor im mittleren Bereich.

Bei der Abrechnung der Verbrauchsgebühren für Wasser hat sich laut Wunderlich das Problem ergeben, dass aufgrund der Corona-Pandemie die Mehrwertsteuersätze vom 1. Juli bis 31. Dezember 2020 von 19 auf 16 beziehungsweise von sieben auf fünf Prozent gesenkt wurden.

"Für die nächste Gebührenabrechnung zum 31. März 2021 für den Zeitraum 1. April 2020 bis 31. März 2021 bedeutet dies, dass diese mit dem Steuersatz von sieben Prozent zu erfolgen hat, da sich der festzusetzende Steuersatz auf den Abrechnungsstichtag bezieht." Er befürchte eine große Anzahl von Widersprüchen. Aber auch das Finanzamt Kulmbach habe bestätigt, dass der Steuersatz von sieben Prozent anzuwenden sei. Gernot Kintzel (CSU) machte dazu eine klare Aussage: "Wir dürfen es nicht und wir können es nicht. Der Zeitpunkt der Rechnungsstellung ist für die Gemeindewerke maßgebend." Ohne Gegenstimmen wurde der Steuersatz für alle Gebührenpflichtigen bei sieben Prozent belassen. Für einen normalen Haushalt hätte eine Absenkung sowieso nur eine Ersparnis von 1,50 bis 2,50 Euro gebracht.

Beschlossen wurde die Herstellung eines neuen Hauptkanals für den Rosenweg. Roland Fischer (FW) übte Kritik am Zeitpunkt der Ausschreibung: "Das ist viel zu spät, ich habe da Bauchschmerzen!" Er stimmte mit Nein.