Ab Januar wird der Ausstoß von CO2 mit einer Abgabe belegt. Das wirkt sich auch auf die Gas-Kunden der Stadtwerke Bamberg aus, wie deren Pressesprecher Jan Giersberg im Interview erklärt.

Geben die Stadtwerke die CO2-Bepreisung an die Kunden weiter?

Jan Giersberg: Mit der Einführung einer weiteren Steuer auf CO2 steigt der Anteil der Steuern und Abgaben auf der Energierechnung auf ein neues Rekordniveau. Wie die meisten Energieversorger in Deutschland müssen auch die Stadtwerke Bamberg diesen neuen CO2-Preis an die Gaskunden weitergeben. Wir haben die betroffenen Kunden über diese steuerliche Mehrbelastung informiert.

Auch der ÖPNV wird durch steigende Benzin- und Diesel-Preise kostenintensiver. Wird sich das auch auf die Kunden auswirken?

Die Treibstoffkosten machen einen wesentlichen Teil der Betriebskosten für den Bamberger ÖPNV mit 64 Bussen aus. Wir verbrauchen derzeit jährlich rund 1,1 Millionen Liter Diesel, was bei 6,6 Cent CO2-Steuer je Liter mehr als 70 000 Euro Mehrkosten allein für unsere Busflotte ausmacht. Trotz der steuerlichen Mehrbelastungen und den gestiegenen Personalkosten werden in Bamberg, wie im gesamten VGN, die Fahrpreise für den ÖPNV nicht zum 1. Januar erhöht. Klar ist aber, dass bei der nächsten Tarifanpassung die CO2-Bepreisung in den so genannten "VGN-Warenkorb" einfließt und bei der Höhe der Tariffortschreibung berücksichtigt wird.

Wird dies dafür sorgen, dass E-Mobilität und Wasserstoff-Antrieb forciert werden?

Im ÖPNV sind die Steuern auf Diesel ein wesentlicher Kostentreiber und haben erheblichen Einfluss auf die Entscheidung, welche Antriebstechnologie künftig eingesetzt wird. Entscheidend für den Umbau der Busflotte auf Elektromobilität ist aber die Alltagstauglichkeit der Batterietechnik. In der Vergangenheit waren die Batterien noch nicht so ausgereift, dass sie genügend Energie für die Tagesreichweite eines Busses lieferten. Eine neue Batterietechnologie, die 2021 auf den Markt kommen wird, verspricht höhere Reichweiten und damit in den allermeisten Fällen die Alltagstauglichkeit der Elektromobilität für den Bamberger ÖPNV. Daher werden wir ab 2021 mit der Beschaffung der ersten drei Elektrobusse beginnen und in 2022 die Flotte um weitere drei E-Busse erweitern. Wasserstoffantrieb ist für den Bamberger ÖPNV derzeit kein Thema. Bei den Autofahrern erkennen wir - unabhängig von der CO2-Steuer - eine steigende Nachfrage nach Ladeinfrastruktur für E-Autos.

Was raten Sie Ihren Strom- und Gas-Kunden, wenn diese bei den Energiekosten sparen wollen?

Beim Strom dürfen sich viele Kunden der Stadtwerke Bamberg sogar auf eine Preissenkung freuen. Was das Heizen betrifft, stehen Tipps zum effizienten Heizen nach wie vor im Fokus. Es ist unglaublich, wie viel Geld die Menschen durch falsches Lüften zum Fenster rausblasen. Mit einfachen Tipps lassen sich merkliche Einsparungen erzielen - unabhängig vom Energieträger. Beim Gastarif empfehlen wir, gemeinsam mit den Kollegen des Kundenservice (0951/ 77-4900) unverbindlich zu überprüfen, ob Sie im richtigen Gastarif der Stadtwerke sind. Hauseigentümern raten wir, die Effizienz ihrer Heizung überprüfen zu lassen. Besitzer von Ölheizungen sind ja von der CO2-Besteuerung noch wesentlich mehr betroffen, zudem stehen sie vor dem Problem, dass das "Gebäudeenergiegesetz" künftig den Einbau von Ölheizungen streng reglementiert. Da der Steuersatz auf CO2 in den kommenden Jahren weiter steigt, lohnt es sich gerade bei älteren Ölheizungen, zur höchst effizienten Erdgas-Brennwerttechnik zu wechseln. Glück hat, wer mit seinem Gebäude an einer Fernwärmetrasse liegt. Wer sein Gebäude mit Fernwärme beheizt, bei dem schlägt sich die CO2-Steuer am geringsten nieder.

Die Fragen stellte

Michael Memmel