Langsam kehrt Normalität in Coburg ein. Die Parkbänke und Wiesen füllen sich, Restaurants und Biergärten stillen Hunger und Durst und auch Museen öffnen ihre Tore wieder für interessierte Besucher. Ein paar Spaziergänger tummeln sich schon im Innenhof der Coburger Veste - doch die Innenräume bleiben noch ziemlich leer.

Am 11. Mai wurden die Kunstsammlungen der Veste Coburg wieder geöffnet. "Wir fahren wieder das volle Programm", berichtet Sven Hauschke, Direktor für Kunsthandwerk und für das Europäische Museum für Modernes Glas, glücklich. Schon vor der Wiedereröffnung machte er sich zusammen mit den Mitarbeitern der Veste intensiv Gedanken, wie das Museum den neuen Umständen angepasst werden könnte.

Mit Erfolg, wie er sagt: "Die Besucher können sich sicher sein: Hier ist alles notwendige getan!" Die Schutzmaßnahmen gehen jedoch mit einigen Veränderungen einher: Der Zutritt ist nur mit Mund-Nase-Bedeckung gestattet, Informationsmaterial, Medienstationen und Audioguides stehen aktuell nicht zur Verfügung und Pfeile geben den vorgegebenen Weg vor, um Gegenverkehr weitestgehend zu vermeiden.

Besucher bleiben vorsichtig

Gegenverkehr? "Bei den aktuellen Besucherzahlen eigentlich keine Gefahr. Die Zahlen sind gar nicht mit dem normalen Betrieb zu vergleichen", erklärt Museumsaufseherin Petra Müller enttäuscht. "Knapp 60 Besucher hatten wir an Christi Himmelfahrt", fährt sie fort, "normalerweise wären das bestimmt um die 250 gewesen."

Für diejenigen, die sich trotzdem ins Museum trauen, kann das aber auch positiv sein. "Es ist einfach ein Traum", sagt Veste-Besucherin Anne Sauter begeistert. Schon vor Monaten habe die Münchnerin den Besuch nach Coburg geplant und freut sich, dass ihr Ausflug nun doch möglich wurde. "Klar, es gibt weniger Infos, aber das ganz allein zu genießen ist natürlich auch eine einmalige Erfahrung".

Chance sehen

Auch Joachim Goslar, erster Vorsitzender des Kunstvereins Coburg, sieht diese Ruhe als Chance: "So kann man sich besonders gut mit den Werken auseinandersetzen." Seit Freitag kann die aktuelle Ausstellung im Kunstverein wieder besichtigt werden. Auch hier natürlich mit Mund-Nase-Bedeckung sowie entsprechendem Abstand - und das sogar kostenlos. "So können wir das Bargeld umgehen", erklärt er. An einer kontaktlosen Bezahlmöglichkeit werde aktuell gearbeitet. "Das könnte man fast als 'Vorteil' der Pandemie sehen", sagt er vorsichtig, "so bekommen wir einen Schubs, das ein oder andere endlich zu modernisieren."