Um die Sicherheit im Dienstbereich der Polizeiinspektion Pegnitz macht sich Dienststellenleiter Roland Schmitt keine Sorgen. Er kann nämlich auf die aktive und zuverlässige Mitarbeit der Bürger zählen.

Wo andernorts eine Kultur der Anonymität und des Wegschauens beklagt wird, trifft dies im südlichen Landkreis Bayreuth nicht zu. So zeichnete der Dienststellenleiter im Rahmen einer kleinen Feierstunde bei der Polizeiinspektion Pegnitz Christian Otto aus Betzenstein aus und überreichte ihm ein persönliches Dankschreiben des Polizeipräsidenten von Oberfranken, Alfons Schieder. Außerdem wurde Susanne Wachter aus Pegnitz für ihre Wachsamkeit geehrt.

Christian Otto war Anfang Dezember von Plech aus mit seinem Fahrzeug Richtung Betzenstein unterwegs, als er ein Fahrzeug mit auswärtigem Kennzeichen im Straßengraben liegen sah. Als er anhielt, um zu helfen, erklärten ihm die Fahrzeuginsassen, dass nichts passiert sei. Die Polizei sei verständigt, so dass er weiter fahren könne.

Christian Otto gab sich mit dieser Auskunft jedoch nur scheinbar zufrieden, stellte sich mit dem Fahrzeug abgesetzt von der Unfallstelle auf und beobachtete die Szenerie. Wie er vermutet hatte, machten sich die beiden jungen Männer aus dem Unfallfahrzeug schnellen Schrittes aus dem Staub. Durch seine detaillierten Beobachtungen, die er unverzüglich der Polizei mitteilte, umstellten Streifen der Polizeiinspektion Pegnitz den Einsatzraum und verhinderten die Flucht der beiden Unfallbeteiligten.

Da es ihnen zeitweise gelungen war, sich in einem Waldgebiet zu verstecken, bot sich Christian Otto an, die Polizei aktiv bei der Suche nach den Flüchtigen zu unterstützen. Da er als zuständiger Jagdpächter auch eine gute Ortskenntnis hatte, holte er ein geländegängiges Fahrzeug und bezog selbst Beobachtungsposten. Den nachrückenden Einsatzkräften gab er wertvolle Tipps, bis es letztlich hinzugezogenen Unterstützungsstreifen und einem Polizeihubschrauber gelang, die Flüchtigen, bei denen es sich um rumänische Straftäter gehandelt hatte, festzunehmen.

Ebenfalls im Dezember beobachtete Susanne Wachter aus Pegnitz, wie ein Pkw mit höherer Geschwindigkeit rückwärtsfuhr, dann bei einem Wendemanöver gegen ein geparktes Fahrzeug krachte und sich dann aus dem Staub machte. Susanne Wachter, die gerade mit ihrer fünfjährigen Tochter unterwegs war, merkte sich das Kennzeichen und fuhr zur Polizeiinspektion Pegnitz, um den Sachverhalt zu schildern. Aufgrund ihrer detaillierten Angaben zum Fahrzeug des Unfallverursachers konnten die Beamten den Unfallverursacher und den Geschädigten ermitteln. An dem angefahrenen Fahrzeug war ein Sachschaden von über 1000 Euro entstanden.

Diese Straftat wäre ohne die genauen Schilderungen der Zeugin und die Mitteilung an die Polizei nicht aufklärbar gewesen. Als Anerkennung für ihre Aufmerksamkeit erhielt sie aus den Händen von Polizeichef Roland Schmitt ein persönliches Dankschreiben des Polizeipräsidenten von Oberfranken und ein kleines Präsent der Polizei. Susanne Wachter zeigte sich ob der Anerkennung positiv überrascht, da sie es als ihre selbstverständliche Pflicht gesehen hatte, ihre Beobachtungen zu melden. Sie habe ihre Vorbildfunktion gegenüber ihrer kleinen Tochter wahrnehmen wollen, erklärte Wachter.