von unserem Redaktionsmitglied Klaus Groh

Bamberg — Am 18. Mai 2014 ging für die Brose Baskets eine Ära zu Ende - die dominierende Mannschaft des letzten Jahrzehnts, die sechs Meistertitel und drei Pokalsiege gefeiert hatte, wurde von den Artland Dragons schon im Play-off-Viertelfinale vom Thron gestoßen. Die 75:83-Niederlage im vierten Spiel der Serie löste bei der Brose-Truppe einen totalen Umbruch aus.
Wenn sich heute um 20.30 Uhr am 14. Spieltag der Basketball-Bundesliga die Artland Dragons und die Brose Baskets in der Drachen-Hölle erneut gegenüberstehen, sind auf Bamberger Seite aus dem Team der letzten Saison nur noch Karsten Tadda und Elias Harris dabei. Trainer Tyron McCoy dagegen setzt weiter auf David Holston, Brandon Thomas, Lawrence Hill, Antonio Graves, Chad Toppert, Anthony King, Guido Grünheid und Bastian Doreth. Quakenbrück steht mit acht Siegen und fünf Niederlagen derzeit auf Platz 6 der Tabelle.
Auch im Eurocup schnitt die Mannschaft des neuen Bamberger Trainers Andrea Trinchieri bisher deutlich besser ab als die Niedersachsen: Während die Dragons in den zehn Partien auf internationalem Parkett nur einen Sieg verbuchten, qualifizierten sich die Brose Baskets mit 6:4 Siegen als Gruppenzweiter souverän für die Top-32-Runde, die am 7. Januar für die Bamberger mit einem Auswärtsspiel beginnt. Mögliche Gegner sind dann Olijmpia Ljubljana, JDA Dijon oder der FC Bayern München, der nach der 96:101-Euroleague-Heimniederlage von Turow Zgorzelec gegen Mailand als Gruppen-Fünfter und Absteiger in den Eurocup feststeht.
Zusätzliche Brisanz erhält die Partie der Bamberger in Quakenbrück durch den Endspurt um die freien Plätze für die Pokal-Qualifikation. Während die Brose Baskets mit einem Sieg im Artland diese so gut wie sicher hätten, würde es für die McCoy-Truppe auch auf Grund des schweren Restprogramms ziemlich eng. Dazu kommt, dass die Dragons wettbewerbsübergreifend neun ihrer letzten zwölf Partien verloren haben. Sieben Niederlagen fielen dabei mit vier oder weniger Punkten Differenz außerordentlich knapp aus.
Bambergs Trainer Andrea Trinchieri hat gehörigen Respekt vor dem Tabellensechsten: "Die Dragons spielen exzellenten Basketball und sind seit vielen Jahren als Team zusammen. Sie sind sehr gut darin, offene Dreierwürfe zu kreieren, haben immer mindestens drei oder sogar vier Schützen gleichzeitig auf dem Feld. 40 Prozent ihrer Punkte resultieren aus Fastbreaks. Ihre Guards haben sehr schnelle Hände, wir müssen also gut auf den Ball aufpassen."
Für Trinchieri ist der Schlüssel zum Erfolg, "die Kontrolle über das Spiel zu übernehmen, sowohl über das Tempo als auch über unseren Angriff und über unsere Emotionen, wenn sie versuchen, einen Lauf zu starten."
Vor allem wird es für die Bamberger wichtig sein, nach einer klaren Führung nicht wieder den Faden zu verlieren. Zuletzt verspielten die Brose Baskets in Saragossa im letzten Viertel eine Zehn-Punkte-Führung und unterlagen mit 76:78. Ähnlich erging es den Dragons bei ihrer Eurocup-Abschiedsvorstellung: Bei JDA Dijon - Bambergs Top-32-Gegner - verloren die Artländer das letzte Viertel mit 19:26 und mussten sich mit 63:69 geschlagen geben.

Am Montag in Göttingen

Zu unterschätzen ist auf Bamberger Seite auch nicht der Reisestress: Erst am Donnerstagmorgen aus Saragossa zurückgekehrt, ging es gestern sechs Stunden mit dem Bus nach Quakenbrück. Gleich nach der Schlusssirene am Samstagabend fährt das Team weiter nach Göttingen, wo am Montag (20 Uhr) die Auswärts-Trilogie endet.