Auf Initiative von Britta Dassler (MdB) aus Herzogenaurach fand der Bildungskongress "Bildung schafft (wirtschaftlichen) Erfolg" der FDP Bundestagsfraktion in der Heinrich-Lades-Halle statt.

In der ersten Runde diskutierten Prof. Dr. Yvonne Anders von der Uni Bamberg, die Berichterstatterin für frühkindliche Bildung der FDP-Bundestagsfraktion Britta Dassler, der Inhaber der Champini Bewegungskindertagesstätten Frank Jäger und der Vorstandsvorsitzende des Bildungs-Fair-Bunds Ümit Sormaz über frühkindliche Bildung als Grundlage für Erfolge entlang der Bildungskette. Die Diskussion ergab, dass der Grad an gesellschaftlicher Wertschöpfung steigt, je früher innerhalb der Bildungskette investiert wird, heißt es in einer Pressemitteilung.

Fachkraft-Kind-Schlüssel ändern

Die Bedeutung der Interaktion zwischen pädagogischer Fachkraft und Kind bzw. Kindern und Kindern werde wichtiger. Denn gerade diese Strukturstandards sind finanziell beeinflussbar, beispielsweise durch den Fachkraft-Kind-Schlüssel. Die Qualität der frühen akademischen Förderung ist seit Jahren kaum messbar, wenngleich sich in den vergangenen Jahren eine leichte Verbesserung verzeichnen lässt.

"Wir werden international abgehängt. Wir müssen beste Erzieherinnen und Erzieher besser bezahlen", ist sich die Erlanger Bundestagsabgeordnete Britta Dassler sicher und führte weiter aus, dass sie bessere Qualitätsstandards wie Betreuungsschlüssel, Bildungsinhalte und Arbeitszeitkontingente einfordere. Nur durch frühkindliche Bildung könne Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit in Deutschland erreicht werden. Dazu äußerte die Hochschulprofessorin Anders, dass Personalmangel und Qualitätsvorgaben ein fast unlösbares Problem darstellen würde. Sie als Wissenschaftlerin könne dies so sagen, da sie das Problem nicht lösen müsse.

Vernetzung

Für die zweite Runde konnten der Geschäftsführer und Leiter Wissenschaft des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, Dr. Hans-Peter Klös, der Sprecher für Innovation, Bildung und Forschung der FDP-Bundestagsfraktion Thomas Sattelberger (MdB), Karl Rabes von der FAU, Digital Tech Academy, und der Wirtschaftsreferent der Stadt Erlangen Konrad Beugel gewonnen werden. Dort widmeten sich die Diskutanten dem Thema "Innovation schafft wirtschaftlichen Erfolg". Dabei ist sich Klös sicher, dass Innovation gemacht werden könne. Zugleich müsse allerdings gelernt werden, wie bedeutsam Innovation und wie wichtig technischer Fortschritt ist.

Dafür sei die Vernetzung von Unternehmen mit Forschung von besonderer Bedeutung. Dem Wirtschaftsreferenten Beugel zufolge funktioniere gerade das an und mit der FAU sehr gut, was sich auch in den vielen Patenten der Universität und der Region ausdrücke.

Patente gelten als Prädiktor für zukünftige wirtschaftliche Stärke. Der Landkreis Erlangen-Höchstadt ist der Landkreis mit der deutschlandweit höchsten Patentdichte. Das Bundesländer-Ranking wird von Baden-Württemberg und Bayern angeführt.

Thomas Sattelberger hob das Unternehmertum besonders hervor und beklagte eine hohe Abhängigkeit von automobilen Patenten. In den Bereichen der Raumfahrt, der Bio-Technologie, Cleantech und Künstlicher Intelligenz sei Deutschland weniger stark. Die Transformation von alten Leitbranchen sei besonders schwierig, da Transformation auch neue Köpfe in Politik, Hochschulen und Wirtschaft brauche. Sattelberger weiter: "Wir brauchen das Thema Gründung. Es ist wichtig für die Vitalität einer Gesellschaft, dass Menschen da sind, die nichts managen, sondern was machen."

Insgesamt sei Deutschland im Bereich der Grundlagenforschung gut. Innovationen für viele Menschen nützlich auf die Straße zu bringe und damit die Kommerzialisierung und Skalierung von Innovation hingegen sei ausbaufähig. Aus diesem Grund brauche es eine andere Dynamik im Innovationsgeschehen. Hochschulen, die Forschung mit hoher Anwendungsorientierung betreiben, müssen ihren eigenen Förderstrom erhalten, um angewandte Forschung zu betreiben. red