Eine Ära ging bei der Schützengesellschaft Hammelburg zu Ende. Erster Schützenmeister Friedrich Schellenberger dankte ab und legte nach 21 Jahren sein Amt in die Hände seines Stellvertreters Heinz Frötschner. Schellenbergers Name steht für umfangreiche Sanierungen in und am Schützenhaus. Ab und an fiel ihm auch die Rolle des "Fels in der Brandung" zu.

In der letzten Jahreshauptversammlung, die der Scheidende leitete, spiegelten sich die Maßnahmen wider. Die Dach-Erneuerung der Luftgewehrhalle, der Einbau neuer Fenster und einer Alarmanlage, die Anbau-Erweiterung und elektronische Schießstände für Luftgewehr und -pistole. Der größte Brocken jedoch war der Anschluss des Schützenhauses und der Bogenanlage an das öffentliche Wasser- und Kanalnetz. Diese Projekte konnte die Schützengesellschaft nur mit dem Einsatz ihrer Mitglieder, Spenden und Solidarität schultern.

Mit der Corona-Krise fielen Einnahmequellen aus Preisschießen und Familienfeiern weg. Heiz- und Wartungskosten, Wasser- und Stromgebühren liefen auch ohne Betrieb weiter. "Ein Glück, dass wir unser Bankdarlehen vorzeitig zurückzahlen konnten, sonst wäre es um unsere Finanzen schlecht bestellt", betonte der Scheidende.

Kaum Einnahmen

Das bestätigte auch Schatzmeisterin Tatjana Kawohl. Trotz steigender Mitgliederzahlen rutschten die Finanzen situationsbedingt ins Minus, weil Veranstaltungen wie die "Wilde Sau" der Bogenschützen oder Vermietungen fehlten, die Ausgaben aber weiterliefen. Der, vorsichtig geschätzte, Haushaltsplan für das laufende Jahr beträgt in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen ca. 13 500 Euro. Die Entlastung des Kassenberichts wie auch der Haushaltsplan wurden einstimmig angenommen.

Den bei der Sportlerehrung der Stadt entschuldigten Schießsportler überbrachte die Vize-Bürgermeisterin Elisabeth Assmann die Ehrenurkunde der Stadt und ein Präsent, das Manfred Blesch, Detlef Eigen, Helmut Jurrat, Andreas Ries, Friedrich Schellenberger und Heinz Frötschner entgegennahmen. Manfred Pakull ehrte der Vorstand für 40-jährige, Marco Geis und Otto Amthor für 25 Jahre Treue.

Andreas Ries legte den Jahresbericht des Sportleiters auf, der in seinen Aktivitäten kaum mit den Vorjahren vergleichbar ist. Schützenkönigin wurde Jutta Frötschner, die Wolfgang Sommerfeld und Helmut Jurrat als Ritter begleiten. Wanderpokale gingen an Friedrich Schellenberger, Helmut Jurrat und Heinz Frötschner. Im Rundenwettkampf 20/21 kam es nur einmal zu einem Fernwettkampf. Den Gesellschaftsmeistern aus den beiden Jahren überreichten der Schützenmeister und der Sportleiter die Leistungsabzeichen. Bogenreferent Peter Treutlein erinnerte daran, dass im "Robin Hood-Schießen" Karl Staat den ersten Platz machte, Tatjana Kawohl und André Eigen begleiten ihn als "Little Joe" und "Bruder Tuck".

Wie festgelegt, wählen die Schützen ihre Vorstände und Funktionäre mit verschiedenen Laufzeiten. Deshalb ergaben sich Teil-Neuwahlen. Ins Schützenmeisteramt wählten die Mitglieder Heinz Frötschner als Schützenmeister und Jugendleiter, Klaus Krümpel ist Sportleiter, Tatjana Kawohl Schatzmeisterin und Marcel Schließmann Schriftführer. Zehn Personen sind einstimmig zu Beisitzern und Ersatzleuten berufen.

Den Schluss der Hauptversammlung bildete eine hohe Würdigung. In Übereinstimmung mit dem Vorstand und den Mitgliedern ernannte Frötschner Schellenberger zum Ehrenschützenmeister. Schellenberger, der 1963 der Schützengesellschaft beitrat, hat sich sein Amt als Schützenmeister in vielen Jahren regelrecht "verdient". Er war stellvertretender Schriftführer, Jugend-Leiter und Zweiter Schützenmeister. Sein Herz gehört auch weiterhin den Schützen und dem Schießsport.