Normalerweise ist eine hohe Bettenauslastung das Ziel eines Klinikbetriebs. Doch derzeit stehen etwa 500 Betten des Klinikkonzerns Regiomed leer - die Hälfte der Kapazität der Häuser im Verbandsgebiet. Coburg als das Schwerpunkt-Krankenhaus sei etwa zu 60 Prozent belegt, sagt Regiomed-Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke.

Freigehalten werden die Betten für den Fall, dass die Zahl der Covid-19-Patienten stark ansteigt. So lange das nicht der Fall ist, werden Überstunden abgebaut. Dafür würden teilweise ganze Bereiche geschlossen, sagt Schmidtke. Von den Mitarbeitern, die dann teilweise in anderen Bereichen arbeiten müssen, verlange das viel Flexibilität.

Gleichzeitig seien alle Kliniken noch in der Lage, medizinische Notfälle zu behandeln, betont Professor Stefan Piltz, ärztlicher Direktor des Klinikums Coburg. Doch derzeit sei große Zurückhaltung spürbar. "Ein Patient musste in der Praxi reanimiert werden, weil er trotz Herzschmerzen tagelang nicht zum Arzt ging!", berichtet er. "Unabhängig von Corona gibt es Herzinfarkte, Schlaganfälle, Knochenbrüche. Die müssen so schnell wie möglich behandelt werden. Wenn das nicht geschieht, droht große Gefahr."

Die Gefahr, sich in der Klinik mit Sars-CoV-19 zu infizieren, sei gering, versichert der Mediziner. "Ich fühle mich hier sicherer als im Supermarkt." Denn es werde strikt auf Hygiene geachtet, alle Mitarbeiter tragen Mund-Nasen-Schutz. Es habe eine Patientin gegeben, die wegen Rückenschmerzen kam und sich später als infiziert erwies, sagt Piltz. Aber keiner der Mitarbeiter, die mit ihr zu tun hatten, habe sich angesteckt. "Das ist ein starker Hinweis, dass unsere Maßnahmen wirken." sb