Höchstadt — Seit zehn Jahren führt der Höchstadter Fischereiverein den Vorbereitungskurs zur Fischerprüfung durch. Die Kursleiter Gustav Lierzer und Georg Lenk sowie Vorsitzender Klaus Müller freuten sich, dass über 30 Neuangler teilgenommen und zum ersten Mal alle die Prüfung bestanden haben. Bisher seien es über 400 Lehrgangsteilnehmer gewesen und die staatliche Prüfung hätten fast alle mit Erfolg abgelegt. "Heuer war es halt ein Volltreffer", sagte Müller.

Hohe Erfolgsquote

Erfreulich fanden die Kursleiter, dass sechs Mädchen und Frauen an der Prüfung teilnahmen. Zum ersten Mal erfolgte diese online. Die Prüfungsteilnehmer kommen aus den Landkreisen Erlangen-Höchstadt, Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Bamberg und haben ein Alter von 13 bis 55 Jahren. Was die erfolgreichen Absolventen betrifft, hat der FV Höchstadt in Bayern einen Spitzenplatz, wofür sich Müller besonders bei Lierzer und Lenk bedankte sowie bei den Mitarbeitern des Voreinsvorstands, die im Hintergrund die Strippen ziehen.
Eine der sechs Frauen war Sabine Fink aus Höchstadt. Die 45-jährige Hausfrau verriet, dass sie selbst nichts mit der Fischerei am Hut habe, gerne aber in der Natur sei.
Ihr Sohn Luis (8) fing im Urlaub mit dem Angeln an und dies habe ihn auch zu Hause nicht mehr losgelassen. Bei diesem Kurs habe sie die Fischerei aus einem ganz anderen Blickwinkel erlebt, sagte Sabine Fink. "Auch musste ich in der Prüfungsvorbereitung lernen, eine Forelle zu töten, der Fisch ist halt ein Nahrungsmittel."
Ob sie einen Regenwurm an den Haken bringen werde, das werde sich zeigen, sobald es warm wird. Wenn sie demnächst mit Luis zum Fischen geht, will sie erst mal Mais oder Teig als Köter anbieten.
Dass es immer mehr Fischerinnen gibt, liegt laut Lenk und Lierzer daran, dass oftmals der Freund oder Partner der Frauen Angler ist oder die ganze Familie die Ruhe beim Fischen liebt.
Müller bedauerte in seiner Ansprache, dass die Vereine gerade auch im Aischgrund zu wenige Wasserflächen hätten und nicht jeden Geprüften als aktives Mitglied aufnehmen könnten. Als Beispiel nannte Müller den Baggersee bei Gremsdorf. Dort tummelten sich viele Fische, oft durch Hochwasser wie in eine Falle geraten, aber niemand dürfe dort angeln.
In den Kursen werde vermittelt, dass es am wichtigsten sei, die Natur und die Tierwelt zu bewahren und zu pflegen. Gustav Lierzer ging nochmals auf die sieben Fachgebiete ein, in 30 Unterrichtsstunden an mehreren Abenden vermittelt. Man habe es durch flexible Abendstunden auch für Schichtarbeiter ermöglicht, diese Kurse zu besuchen. Neuanmeldungen könnten schon jetzt beim Vorsitzenden Klaus Müller unter der Telefonnummer 09193/7357 getätigt werden. Paul Neudörfer