Franz Kofler hat einen Plan: Der Österreicher will "in den nächsten zehn bis zwölf Jahren durch Europa touren, und dabei ist mein Ziel, 1000 Judo-trainings bei verschiedenen Clubs, Vereinen oder Trainingslagern zu gestalten und dabei für die Themen Integration und Frieden zu sensibilisieren." Dies betonte der ehemalige, 28-malige österreichische Judo-Landesmeister bei einer Begegnung und einem Trainingsabend mit den Sportlern der Judoabteilung der SG Eltmann.
Franz Kofler war aktiver Sportler, Landesmeister und österreichischer Meister sowie Landesverbandspräsident und Vizepräsident des österreichischen Judoverbandes. Der Leiter Edgar Riedl stellte die Judoabteilung der SG vor, die 150 aktive Judoka ab dem Alter von fünf Jahren hat. Im Leistungssport sei die SG gut aufgestellt mit der Frauenmannschaft I in der Zweiten Bundesliga sowie den Frauen II in der Landesliga. Im nächsten Jahr werde der Verein auch eine Herrenmannschaft in der Bayernliga haben.


Eine Mission

Für die Kinder und Jugendlichen, so Edgar Riedl, biete die SG eine breite Palette an und versuche, die Jugend an den Wettkampf heranzuführen. Edgar Riedl nannte als Beispiel Julian Thierstein, der bayernweit im Einzel sehr erfolgreich sei.
Franz Kofler, der bald 60 Jahre alt wird, besitzt den fünften Dangrad und die staatliche Trainerprüfung. Judo hat ihn sein ganzes Leben begleitet und geprägt. Das zeigte er den Jugendlichen bei seinem Auftritt. Als zweite Sportart liebt er das Radfahren. Regelmäßig legt er große Touren zurück.
"Nachdem ich heuer meinen 60. Geburtstag feiere, möchte ich noch eine ungewöhnliche Mission starten, quasi ein abschließendes Lebenswerk. Dabei werde ich meine beiden Sportarten kombinieren und die Themen Integration und Frieden einbinden", sagte er in Eltmann. Die Mission stellt er unter den Titel "Die Judo-Family integriert mit Herz". Denn jeder Sport, wie auch der Judosport, sei ohne Internationalisierung nicht denkbar. Sportler schätzten sich, erklärte er, egal welcher Hautfarbe, welcher Sprache, welcher Religion und welcher Nationalität sie angehörten. Der Sport lebe Integration vor.
Bei seiner europaweiten Radreise steht nicht der Wettkampferfolg im Vordergrund, sondern er möchte die vielen Verantwortlichen auf die Bühne holen, die tagtäglich durch ihre wertvolle Arbeit einen beträchtlichen Teil von sozialer Arbeit leisten. Sie gäben vielen Menschen Halt und integrierten sie in die große "Judo-Family".
Vor den Judoka in der Georg-Schäfer-Sporthalle stellte er die Schwerpunkte seiner Mission sowie die Werbung für den Frieden heraus. Franz Kofler lobte mehr als einmal den tollen Zusammenhalt in den Trainingsgruppen in Eltmann. gg