Herzogenaurach/Erlangen — Die Franken-Onleihe, ein digitales Medienangebot der Stadtbibliotheken Herzogenaurach und Erlangen, feiert in diesen Tagen ihren dritten Geburtstag. In den letzten Jahren hat sich das Leseverhalten stark gewandelt. Inzwischen lesen mehr als 600 Herzogenauracher und gar 3000 Erlanger E-Books aus der Franken-Onleihe.
Das berichtet Diplom-Bibliothekarin Marlene Neumann aus Erlangen in einer Pressemitteilung. Sie schlägt aber auch kritische Töne an, denn einige Verlage würden die Zusammenarbeit mit den Büchereien verweigern.
Das hat jüngst auch die Leiterin der Herzogenauracher Stadtbücherei, Gabriele Lechner, bestätigt. Oft seien Bestsellerautoren für die Bücherei nicht greifbar, wenn der Verlag das nicht will. Dann müsse der Kunde in den Handel und das Buch kaufen. Das sei rechtlich zwar nicht antastbar, aber für Lechner aber auch nicht korrekt.
Beim "normalen" Buch habe die jede Bibliothek das Verbreitungsrecht, beim E-Book sei das aber anders. Da gehe es, ähnlich wie bei Software-Lizenzen, um Nutzungsrechte. Für jedes E-Book müssen die Rechte nun einzeln verhandelt werden, sagt Lechner. Und wenn sich ein Verlag sperrt, blicke die Bücherei in die Röhre.

Europaweite Kampagne

Dabei sorgen die Büchereien ja für die Grundversorgung. "Und wenn die einfach abgeschnitten werden, finden die Büchereien das gar nicht gut", sagte die Leiterin der Herzogenauracher Stadtbibliothek. Dabei sei man ja keine Konkurrenz zur Buchhandlung. Lechner: "Wir fördern uns ja gegenseitig. Wer leiht, der kauft auch."
Auch Marlene Neumann geht in ihrer Pressemitteilung darauf ein. Auch sie fordert, dass sich die gesetzlichen Regelungen ändern müssten. Unter dem Titel "E-Medien in der Bibliothek - mein gutes Recht!" läuft gegenwärtig eine europaweite Kampagne, die sich dafür einsetzt, dass alle Bürgerinnen und Bürger vom ungehinderten Zugang zu E-Books in Bibliotheken profitieren, so wie es bei gedruckten Büchern selbstverständlich ist.

Verfünffacht

In der Franken-Onleihe gingen 16 fränkische Bibliotheken Anfang Februar 2012 an den Start. Inzwischen nehmen 21 Bibliotheken an der Ausleihe elektronischer Medien unter der Internet-Adresse www.franken-onleihe.de teil, neben Herzogenaurach und Erlangen auch Forchheim oder Bamberg. Angeboten werden E-Books, zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften, Hörbücher und Kinder- und Sachfilme.
Die Zahl der Nutzer und der Entleihungen hat laut Neumann die kühnsten Erwartungen übertroffen. Mit etwa 5000 Medien ging die virtuelle Bibliothek an den Start, nach drei Jahren ist das Angebot auf rund 25 000 Medien aus den verschiedensten Interessengebieten angewachsen. Für Leser, die über den Kauf eines E-Book-Readers nachdenken oder wissen wollen, wie die Ausleihe von digitalen Medien funktioniert, werden Schulungen und Sprechstunden angeboten. Die Termine sind auf der Website der Stadtbibliothek Erlangen (www.erlangen.de/bibliothek) veröffentlicht. bp