Stephan Stöckel

Deutschtümelei, biederer Pathos, Provokationen oder bodenständige Ehrlichkeit? An den Gruppen Die Böhsen Onkelz und Freiwild schieden und scheiden sich noch heute die Geister.
Die einen lieben die reißerischen Texte, die anderen verachten sie abgrundtief. Doch bei aller Polarisierung steht eines fest: Beide Gruppen sind populär. Onkelz-Hits wie "Terpentin" aus dem Jahr 1998 oder "Keine Amnestie für MTV" aus dem Jahr 2002 pfeifen in Hardrockkreisen noch immer die Spatzen von den Dächern.
Freiwild schafften es sogar, das Kunststück mit den zwei Alben "Feinde deiner Feinde" und "Still" den ersten Platz der Hitparade zu belegen. Aufgrund der ungeheuren Popularität der beiden Gruppen boomt auch das Cover-Gewerbe.
Inzwischen gibt es unzählige Musikgruppen, die die Gassenhauer der Böhsen Onkelz und von Freiwild nachspielen. Eine von ihnen nennt sich bö_se & gemein und stammt aus Franken. Obgleich nach einem Lied der Südtiroler Formation "Freiwild" benannt, sind hier Musiker zu Gange, die die Hits beider Bands in ihrem Programm haben.
Bei ihren Auftritten machen die Akteure ihrem Namen keineswegs die Ehre: Am Samstag, 29. Oktober, regieren ab 21 Uhr in der Altenkunstadter Kleinkunstkneipe Nepomuk beim Interpretieren der "Onkels"- und "Freiwild"-Hits nicht Hass und Engstirnigkeit, sondern Ausgelassenheit und Freude.