Andreas Oswald

Ob es um die Energie- und Trinkwasserversorgung geht, um die Förderung der Wirtschaft oder um die Bereitstellung von Sozialwohnungen: zahlreiche Aufgaben übernehmen Unternehmen - wie die Stadtwerke GmbH, die Wohnungsbau- und Sanierungsgesellschaft (GWS) oder auch das Innovationszentrum Medical Valley GmbH - an denen die Stadt Forchheim beteiligt sind. Über die Vermögenslage dieser sogenannten "Töchter" informierte im Finanzausschuss Peter Zdravkovic, der als Beteiligungsmanager agiert.
Der alljährliche Beteiligungsbericht sorge dafür, dass die Erfüllung kommunaler Aufgaben, trotz privatrechtlicher Ausgliederung, transparent bleibe, erklärte Zdravkovic eingangs. In seinem Fazit hob er hervor, dass die Ertrags- , Finanz- und Vermögenslage der städtischen "Töchter und Enkel" weiterhin als positiv zu bewerten seien.


Finanzlage bei Kläranlage getrübt

Einziger Wermutstropfen: bei dem kommunalen Unternehmen Kläranlage sei die Finanzlage - trotz der positiven Entwicklung der Ertragslage - als kritisch zu beurteilen. Diese Situation sei dem Umstand geschuldet, dass in die Erneuerung des gesamten Systems Millionen hinein gesteckt worden seien, "damit jetzt hinten klares Wasser herauskommt", erklärte Zdravkovic unserer Zeitung.
In seinen weiteren Ausführungen betonte der Beteiligungsmanager, dass die Rückführung der Verbindlichkeiten das oberste Gebot für die Gesellschaften sei.


Positiv-Trend bei Stadtwerken

Als erfreulich bezeichnete Peter Zdravkovic den weiteren Rückgang der Verbindlichkeiten bei den Forchheimer Stadtwerken. Seit 2011 seien die Verbindlichkeiten um rund sechs Millionen Euro zurück gegangen. Der Beteiligungsbericht weist im Wirtschaftsjahr 2015 eine positive Entwicklung der Ertragslage der GmbH aus. "Die Stadtwerke verfügen über eine gute Liquiditätsausstattung".


Mit Masterplan in die Zukunft

In dem Beteiligungsbericht kommt auch zum Ausdruck, dass kommunale Energieversorger vor großen Herausforderungen stünden. Gründe seien unter anderem der zunehmende Wettbewerb im Energiemarkt sowie die Verschärfung der Anreizregulierung und der hohe Investitionsbedarf zur Umsetzung von Maßnahmen im Rahmen der Energiewende. Angesichts des steigenden Kostendrucks sei es eine der Wichtigsten Aufgaben der Unternehmensleitung, eine passende Unternehmensstrategie zu entwickeln, um die operativen Ergebnisse zu sichern und ihre Geschäftsmodelle zukunftssicher auszugestalten. Vor diesem Hintergrund haben die Stadtwerke mit dem Beratungsunternehmen Rödl&Partner eine Zukunftsstrategie in Form eines Masterplans erarbeitet.


GWS will Neubauten forcieren

In ihrem Lagebericht verweist die Wohnungsbau und Sanierungsgesellschaft (GWS) darauf, dass sie die Stärkung ihrer liquiden Mittel anstrebe. Die Gesellschaft setzt darauf die Modernisierung eigener Bestände zu forcieren.
Ziel der künftigen Geschäftspolitik müsse es sein, den Bestand an Sozialwohnungen durch Neubauten zu erhöhen.
Der Bericht wurde von allen Fraktionen mit Freude aufgenommen. Denn es wurde festgestellt, dass alle "Töchter" der Stadt gesund dastehen.