In der Marktgemeinderatssitzung Wiesenttal ging es auch um Feuerwehrangelegenheiten. Zum einen hat die Feuerwehr Streitberg ein neues Löschfahrzeug beantragt, zum anderen ging es um Grundsatzbeschlüsse zum Vorgehen bei Abrechnungen von Feuerwehreinsätzen durch die Gemeinde.

Das Löschfahrzeug der Feuerwehr Streitberg mit der Bezeichnung LF 8/6 hat 25 Jahre auf dem Buckel und soll durch ein größeres Fahrzeug mit der Bezeichnung HLF 10 ersetzt werden, das auch für technische Hilfeleistungen eingesetzt werden kann und einen Wassertank hat. Dies befürworten sowohl Kreisbrandrat Oliver Flake als auch Kreisbrandmeister Roland Brütting in einer Stellungnahme.

Kosten und Notwendigkeit

Vizebürgermeister Konrad Rosenzweig ( CSU ) sah dies skeptisch. Er hat sich im Internet schlau gemacht. Ein HLF 10 würde 400.000 bis 500.000 Euro kosten. „Da kommen wir nicht drunter“, sagte Rosenzweig, der für die Feuerwehr Streitberg auch ein mittleres Löschfahrzeug (MLF) für völlig ausreichend hält und das etwa 100.000 Euro günstiger käme. Das günstigere MLF hätte auch einen Wassertank für 1000 Liter Löschwasser, und es könnte darauf auch ein Rettungssatz gebaut werden.

Einziger Nachteil laut Rosenzweig: In einem MLF können nur sechs Feuerwehrleute mitfahren, in einem HLF 10 jedoch neun. Um dies auszugleichen, habe die Feuerwehr Streitberg aber bereits ein Mehrzweckfahrzeug (MZF) in ihrem Bestand. Außerdem seien die umliegenden Feuerwehren Oberfellendorf, Muggendorf und Birkenreuth bereits bestens ausgerüstet.

Florian Baumgärtner ( BMW ), Feuerwehrexperte im Rat, sah dies anders. Ein HLF 10 sei das kleinstmögliche Fahrzeug, in dem zusätzliche technische Geräte wie zum Beispiel ein Hebekissen mittransportiert werden können. „Auf ein Auto mit umfangreichem Rettungssatz können wir nicht verzichten“, betonte Baumgärtner, schon wegen der Bundesstraße nicht.

Das Alter von 25 Jahren des Streitberger Spritzenfahrzeugs hielt Matthias Knauer (FWW) für noch nicht so hoch. „Wir haben noch andere Gurken in der Gemeinde“, meinte Knauer. Wie Rosenzweig außerdem meinte, seien auch die Wehren in den Nachbargemeinden Gößweinstein, Unterleinleiter und Ebermannstadt bestens ausgerüstet. Nicht jede Wehr müsse daher die gleichen Fahrzeuge vorhalten.

„Eine Neiddiskussion fange ich jetzt nicht an“, betonte Bürgermeister Marco Trautner ( CSU /FW), „ich verlasse mich auf die Stellungnahme des Kreisbrandrats , aber gerne können wir noch überprüfen, ob ein MLF für die Feuerwehr Streitberg auch ausreicht.“ Gegen eine Überprüfung stimmte dann als einziger Trautner selbst.

Rechnungen für Einsätze?

Danach ging es um einen Grundsatzbeschluss, ob künftig Absicherungen der Feuerwehr den jeweiligen Veranstaltern in Rechnung gestellt werden. Trautner wollte von den Räten dazu eine klare Aussage.

„Wir sind doch froh, wenn es noch Traditionsveranstaltungen gibt“, erklärte Helmut Hofmann (Zukunft Jura). Rosenzweig befand, dass man im Einzelfall entscheiden sollte. Gleiches gelte für Feuerwehreinsätze nach Sturmschäden, obwohl diese nach dem Feuerwehrgesetz eigentlich abgerechnet werden müssten.

Der Rat entschied einstimmig, dass diese Feuerwehreinsätze kostenlos bleiben.