Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker ( CSU ) hat am Montag das Vierzigmann-Wasserrad in Möhrendorf besucht und dabei betont: „Wässerwiesen in Franken sind lebendige Tradition.“ Sie zählen zum immateriellen Kulturerbe Bayerns und Deutschlands.

„Immaterielles Kulturerbe, das sind lebendige Traditionen, die ein Gemeinschaftsgefühl vermitteln und Identität stiften. Die Tradition der Wässerwiesen in Franken zeigt: Landwirtschaftliche Kulturtechnik bleibt dort erhalten, wo sie an gegenwärtige Bedingungen angepasst und erfolgreich weiterentwickelt wird“, erklärte der Minister. Die positiven Nebeneffekte der mindestens seit dem Mittelalter betriebenen Technik seien noch heute hochaktuell.

„Die Wässerwiesen fördern die biologische Vielfalt, bieten wertvolle Erholungsräume und verbessern vor allem in stadtnahen Lagen das Stadtklima“, freute sich Füracker bei der Besichtigung und Übergabe der Aufnahmeurkunde in das Bayerische Landesverzeichnis an die Trägergruppe am Montag.

Bis zu 1,4 Millionen

Liter pro Schöpfrad

„Ein herzliches Dankeschön allen, die an diesem besonderen kulturellen Erbe teilhaben, sich dafür einsetzen und insbesondere den Weiterbetrieb und Erhalt der Wasserschöpfräder ermöglichen“, betonte Füracker.

Die traditionelle Bewässerung der Wässerwiesen in Franken im Flussgebiet von Rednitz, Regnitz und Wiesent wurde bereits 2020 in das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Auf Vorschlag Bayerns erfolgte 2021 auch die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis. Sie ist eine seit dem Mittelalter belegte, meist genossenschaftlich organisierte Wiesenbewässerung mit Grabensystemen, Wehren und von der Strömung angetriebenen Wasserschöpfrädern im Großraum Schwabach-Nürnberg-Erlangen-Forchheim.

Diese Art der Bewässerung dient schon seit jeher der Ertragssteigerung bei Gras, Heu und Grummet auf sandigen, wasserdurchlässigen und nährstoffarmen Böden im niederschlagsarmen mittelfränkischen Becken und dem angrenzenden südlichen Oberfranken. Teilweise werden noch immer von der Strömung angetriebene Wasserschöpfräder eingesetzt. Sie schaufeln bis zu 1,4 Millionen Liter Flusswasser am Tag. Das Wissen zum Bau der Räder mit Bewässerungsanlagen wird bereits seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergegeben. red