Zum Bericht „Hüllen gegen die Wachsleichen“ vom 21. Mai:

Das Thema Friedhof wird uns früher oder später alle betreffen – keiner kommt hier lebend raus! Ich begrüße es deshalb außerordentlich, dass der Stadtrat die Möglichkeit einer Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema Neugestaltung Friedhof in Ebermannstadt geschaffen hat, bevor er Beschlüsse fasst. Bestimmt werde ich dieser Veranstaltung beiwohnen.

Die neue Gestaltungssatzung des Ebermannstadter Friedhofs betrifft mit Sicherheit nicht nur die Erneuerung der Wege und Treppen, sondern kann alles reglementieren wie auch die Grabgestaltung .

Ein Grab ist eine individuelle Angelegenheit, denn sie spiegelt in gewisser Weise die Persönlichkeit des Verstorbenen wider. Wenn am Ende die Gestaltung des Grabes nach den eigenen Vorstellungen oder im Sinne des Verstorbenen unmöglich wird, empfinde ich diese Uniformierung als zu starken Eingriff in die Privatsphäre. Konkret wissen wir bereits: Der Eingangsbereich wird massiv verbreitert, was einen Einfluss auf die dort vorhandenen Gräber und die Bestattungsweise haben wird. Ich befürchte noch weitere Reglementierungen.

Wir Bürger werden es bei der geplanten Informationsveranstaltung erfahren, dann besteht auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Bedenken oder Kritik zu äußern, bevor Tatsachen geschaffen werden und etwas übergestülpt wird, das dann im Nachhinein unabänderbar ist.

In ihrem Wahlversprechen kündigte die Bürgermeisterin Offenheit, Transparenz und Bürgerfreundlichkeit an, nichts anderes wird hier eingefordert. Die Bevölkerung muss bei diesem sensiblen Thema einbezogen und mitgenommen werden. Gerade unseren älteren Mitbürgern, die unseren Friedhof am häufigsten frequentieren, sind wir das schuldig.

Nicht zu vergessen die anstehende Kostenerhöhung, die mit einer neuen Gebührensatzung einhergeht. Eine Beerdigung ist von Haus aus eine kostspielige Angelegenheit; wer nun eine Erdbestattung möchte und sein Grab im Bereich 1 hat (der größte Bereich), muss sich zukünftig im Sack beerdigen lassen (System „Weihe“). Mehrkosten von gut 1000 Euro werden dadurch anfallen.

Ganz nebenbei bemerkt: Hätte ich gewusst, dass es in Ebermannstadt offenbar eine öffentlich zugängliche Friedhofgruppe, bestehend aus Bürgern , die ihre Ideen eingebracht haben, gibt, wäre ich dieser beigetreten. Leider war mir darüber nichts bekannt.

Gitti Kempf-Bähr

Ebermannstadt