Die Fahrzeugsegnungen durch Pater Ludwig Mazur wurden bei der Stützpunktfeuerwehr Gößweinstein am Feuerwehrhaus zu einem großartigem Fest mit einem Massenansturm an Festgästen. Zahlreiche Feuerwehren aus den Landkreisen Forchheim und Bayreuth hatten Abordnungen geschickt, gekommen waren auch viele Bürgerinnen und Bürger des Marktes Gößweinstein .

Vor allem das neue, 480.000 Euro teure Löschgruppenfahrzeug mit der Bezeichnung LF20 KatS, das auf den Namen „Stefan“ getauft wurde, hatte es den Besuchern angetan. Damit wird an den früheren Gerätewart Stefan Wiedow erinnert, der im letzten Jahr verstorben ist.

Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (FW) überreichte dem Kommandanten Marcel Zweck einen riesigen symbolischen Fahrzeugschlüssel zur Indienststellung dieses Rettungsfahrzeugs, das auch im Katastrophenschutz eingesetzt werden kann. 320 PS leistet das Tanklöschfahrzeug mit einem 2000-Liter-Wassertank im Automatikbetrieb, auf dem eine Tragkraftspritze verbaut ist, mit der zusätzlich 2100 Liter Löschwasser in der Minute durch die 600 Meter langen B-Schläuche auf den Brandherd gespritzt werden können. Laut Kommandant Zweck ist die Leistung mit der eines Wasserwerfers vergleichbar.

Für Waldbrände gerüstet

Außerdem verfügt das neue Allroundfahrzeug über eine Waldbrand- und Schornsteinfegerausrüstung und vieles mehr. Ausgelegt ist das Fahrzeug, in dem neun Feuerwehrleute mitfahren können, für 18 Mann am Einsatzort.

Die Feuerwehrvereinschefin Elisa Eglseer-Bogner überreichte Zimmermann einen Scheck in Höhe von 16.395 Euro , die die Wehr durch den Betrieb des Covid-Testzentrums erwirtschaftet hatte. Mit diesem Geld hat die Feuerwehr weitere individuelle Ausrüstungsgegenstände für das neue Spritzenfahrzeug angeschafft. 88.000 Euro Zuschuss gab es vom Freistaat.

Von dem Verdienst aus dem Testzentrum finanzierte die Wehr auch ein Quad mit Seilwinde und einen Wassertank für 11.000 Euro zum Einsatz in schwierigem Gelände, einen Anhänger für die Beseitigung von Ölschäden und mit Wassersauger für 10.000 Euro und eine Drohne mit Wärmebildkamera für 11.000 Euro , weiterhin noch verschiedene Rollcontainer.

Pater Ludwig betonte, dass eine Fahrzeugweihe für eine Feuerwehr fast wie eine Hochzeit sei. Bürgermeister Zimmermann, der selbst aktiver Feuerwehrmann ist, sagte: „Ich möchte für vieles nur Danke sagen.“ Kreisbrandrat Oliver Flake gratulierte der Marktgemeinde Gößweinstein vor allem zum neuen Löschgruppenfahrzeug. „Es ist eine wahnsinnig gute Ergänzung für die Schwerpunktfeuerwehr Gößweinstein “, sagte der Landkreisfeuerwehrchef.

Mit dem neuen Großfahrzeug beginnt für die Feuerwehr Gößweinstein ein neuer Abschnitt, ein neues Kapitel, mit anderer Technik, anderer Ausrückeordnung, betonte Eglseer-Bogner. Sie erinnerte an die Corona-Zeit. Als vieles nicht mehr möglich war, hätte sich bei der Wehr ein noch stärkerer Gemeinschaftsgeist entwickelt.

Den längsten Einsatz in der Geschichte der Wehr habe man mit dem Betrieb des Testzentrums, das an sechs Tagen in der Woche geöffnet hatte, erfolgreich gemeistert. Die Unterstützung der Vereinsmitglieder, aber auch einiger externer Helfern sei enorm gewesen. Nach dem offiziellen Festakt spielte die Blaskapelle Wiesenthau-Schlaifhausen zur Unterhaltung auf.