Ein wenig schwankend war die Stimmung im Marktgemeinderat Wiesenttal bei der Haushaltsberatung. Langgediente Ratsmitglieder hoben den Abbau der Schulden hervor. Es waren vor gut zehn Jahren um die 3000 Euro pro Kopf; dieses Jahr sind es nur noch 1796 Euro; von über sieben Millionen Euro sanken die Schulden auf 4,5 Millionen.

„Wir haben sie kontinuierlich zurückgefahren; nun müssen wir auch auf die kommenden Corona-Auswirkungen achten“, gab Bürgermeister Marco Trautner (FW/ CSU ) vor. Geschafft haben das die Wiesenttaler dank Stabilisierungshilfe und Haushaltskonsolidierung . Sie müssen nicht mehr befürchten, dass das Landratsamt Forchheim ihren Haushalt als nicht genehmigungsfähig, wie früher mehrfach geschehen, zurückweist. Dafür müssen sie aber einkalkulieren, dass die staatlichen Töpfe nicht mehr so gut gefüllt sein werden.

Dabei stehen besonders bei der Wasserversorgung noch gewaltige Investitionen an; allerdings darf Wiesenttal noch mit sehr hohen Fördersätzen rechnen. Für die Freibadsanierung in Streitberg erhofft sich das Konrad Rosenzweig ( CSU ) ganz besonders.

Gerhard Kraus (BGS) sprach vorrangig die vorhandene freie Finanzspanne an. Auch wenn die Stelle eines hauptamtlichen Bürgermeisters mit 100 000 Euro zu Buche schlage, hielt er die Umstellung für den richtigen Weg. Das insgesamt junge Team der Verwaltung – Markus Geck folgte Hans Müller als Kämmerer nach – stehe für Leistungsfähigkeit. „Der Schwung der letzten Jahre scheint sich fortzusetzen“, konstatierte Manfred Bischoff (FW). Mit der positiven Grundstimmung, so ist er überzeugt, werde Wiesenttal auch die Problem der nächsten Jahre stemmen.

Ganz so hohe Summen werden es aber nicht sein. Im Finanzplan hat der neue Kämmerer für die nächsten drei Jahre deutlich sinkende Investitionssummen eingestellt: 5,5 Millionen Euro für 2022, 4,5 Millionen für 2023 und 2,9 für das letzte Jahr der Planperiode. Einstimmig billigte der Rat die vorgelegten Zahlenwerke.

Haushalt in Zahlen

Etat: Haushaltsvolumen 12,6 Millionen Euro, Verwaltungshaushalt 5,56, Vermögenshaushalt 7,06, Zuführung 0,77, Schulden 4,5, keine Kreditaufnahme

Einnahmen: Gewerbesteuer 0,6 Millionen Euro, Einkommensteuer 1,3, Schlüsselzuweisungen 1,03

Ausgaben: Personalkosten 1,2 Millionen Euro (20 Prozent Steigerung), Kreisumlage 1,0

Investitionen : Wasserversorgung 2,5 Millionen Euro, Neubaugebiet Wirtsäcker 1,6, Wiesentbrücke Haag 0,3, Feuerwehrfahrzeuge 0,26.