24 Zuhörer waren gekommen, als Prof. Jürgen Gschossmann, Chefarzt der Inneren Medizin und ärztlicher Direktor am Klinikum Forchheim-Fränkische-Schweiz, einen Vortrag gehalten hat. Er referierte im Stadtteiltreff des Neuen Katharinenspitals zum Thema Schlaganfälle: Erste Anzeichen, Diagnose und Behandlung.

Zudem stellten die Zuhörer Fragen: Gibt es Vorboten für einen Schlaganfall und kann man durch eine Änderung des

eigenen Verhaltens die Gefahr verringern? Gschossmann erläuterte hier die „Tia“, eine sogenannte transitorische ischämische Attacke − manchmal auch Mini-Schlaganfall genannt −, die nur kurz andauert und als Vorbote eines Schlaganfalls gedeutet werden könne. Wenn Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen richtig eingestellt seien, verkleinere sich das Risiko eines Schlaganfalls, erklärte der Internist außerdem.

Ist die vorbeugende Einnahme von blutverdünnenden Mitteln wie Marcumar sinnvoll?, war eine weitere Frage aus dem Publikum. „Für Menschen, die an Vorhofflimmern leiden, bietet sich die Einnahme von Blutverdünnern nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt an.“ Die angesprochene Gruppe habe ein größeres Risiko, dass ein Blutgerinnsel im Herz entstehe, zu den Hirngefäßen wandere und diese verstopfe, erläuterte der Experte. „Bei Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck oder Gefäßschädigungen wie Arteriosklerose ist eine Blutverdünnung nicht zielführend, um einen Schlaganfall zu vermeiden.“

Gschossmann richtete eine eindringliche Botschaft an seine Zuhörer: „Wenn Sie neurologische Veränderungen bemerken, handeln Sie schnell. Jegliche Veränderung, die das Nervensystem betrifft − wie etwa Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen, Sensibilitätsverlust, Verständnisstörungen, Taubheitsgefühl oder ein herunterhängender Mundwinkel − kann ein Zeichen für einen Schlaganfall sein.“ Zudem sei es wichtig, bei solchen Anzeichen nicht zu warten.

Das Forchheimer Klinikum ist Teil des Schlaganfallnetzwerks mit Telemedizin in Nordbayern: Das Krankenhaus ist per Standleitung permanent mit einem Schlaganfallzentrum verbunden. Ein Fachneurologe eines Universitätsklinikums steht somit jederzeit zur Verfügung. red