Zum Artikel „Zusage für Straße im Ramstertal“ vom 15. April:

Seit einer gefühlten Ewigkeit ist der Ausbau der Ramstertalstraße und der weiterführenden Staatsstraße 2685 nach Gößweinstein Thema von Bürgerversammlungen in Kanndorf und den Ortsteilen des Ebermannstadter Oberlandes. Die Überschrift des Berichtes erweckt einen neuen Hoffnungsschimmer. Beim Lesen des Berichtes wird aber schnell klar, dass es für einen Ausbau der Ramstertalstraße weder terminliche noch umfängliche Zusagen gibt.

Welche rasche Bewegung in der Angelegenheit erfolgt sein soll, ist nach der Vorstellung der Planungsvarianten in der letztjährigen Stadtratssitzung schon sehr fraglich. Damals war von einem notwendigen Planfeststellungsverfahren und wegen der Berührung von FFH-Flächen von einer möglichen EU-Beteiligung die Rede. Im ungünstigsten Fall könnte dies zehn Jahre dauern.

Vielleicht will man jetzt nur die Teerdecke erneuern, was zur Beseitigung des momentanen Feldwegcharakters der Straße schon mal sehr zu begrüßen wäre. Die dann befürchtete Rennstrecke könnte ja durch ein Tempolimit und Radarkontrollen eingeschränkt werden.

Aber wenn schon eine langwierige Ausbauplanung und Ausführung notwendig sind, warum geht man nicht noch einen Schritt weiter? Ein fahrbahnbegleitender Radweg wäre doch die richtige Zukunftsinvestition. Die Fränkische Schweiz hat hier einen erheblichen Nachholbedarf, wenn sie nicht in Richtung Fahrradtourismus den Anschluss verlieren will. In Zeiten von E-Bikes und einer Zunahme im zweistelligen Prozentbereich beim Radtourismus in Deutschland sind solche Investitionen eigentlich unerlässlich. In einer Zeit nach Corona würde sich auch die Sicherheit der vielen Wallfahrer, die zu Fuß nach Gößweinstein unterwegs sind, verbessern. Gibt es da nicht eine EU-Förderung für einen „Pilgerweg“?

Man könnte auch einen wichtigen Naturschutzaspekt in die Planung einfließen lassen und das einzigartige Ensemble aus alten Bäumen, den Fledermauskellern und dem Ramstertalbach durch eine Verlegung der Straße ab der Einfahrt Rothenbühl in den Hangbereich dauerhaft schützen und renaturieren. Man wird ja noch träumen dürfen.

Hans Müller , Kanndorf