Erstmals hat Bayern in diesem Jahr den Wettbewerb „Ausgezeichnete Bäche “ ausgelobt. Ziel ist es, Kommunen und Zweckverbände bei der Renaturierung kleiner Gewässer zu unterstützen. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW) stellte am Freitag in Weißenohe die fünf prämierten Projekte vor, darunter die Lillach mit ihren Sinterterrassen.

Glauber betonte: „ Bäche sind mehr als fließendes Wasser. Unsere kleinen Gewässer sind ein großer Naturschatz. Wir wollen diese blauen Lebensadern weiterentwickeln und die Artenvielfalt im und am Wasser erhalten.“ Bäche , die ausufern dürften, leisteten zudem einen wertvollen Beitrag zum natürlichen Wasserrückhalt in der Fläche. Der Wettbewerb soll mit Vorzeigebeispielen Anreize für Kommunen und Zweckverbände setzen, den guten ökologischen Zustand ihrer Gewässer zu bewahren oder herzustellen. Der Wettbewerb, der alle zwei Jahre stattfindet, wurde von der Koordinierungsstelle der Gewässer-Nachbarschaften im Bayerischen Landesamt für Umwelt mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ausgelobt. Der Bayerische Gemeindetag und der Bayerische Städtetag unterstützen die Aktion.

Eine Fachjury bewertete die eingereichten Beiträge und wählte die Preisträger aus. In Bayern fließen rund 100 000 Kilometer Gewässer von kleinen Quellbächen bis zu den großen Flüssen Donau und Main. Etwa 90 000 Kilometer davon sind Gewässer dritter Ordnung (kleine Gewässer) und somit in der Obhut der Kommunen.

Der Freistaat fördert Ausbauvorhaben zur naturnahen Entwicklung und Gestaltung von Gewässern und ihrer Auen, insbesondere Projekte, die im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit umgesetzt werden, sowie Vorhaben zur Schaffung, Verbesserung beziehungsweise Reaktivierung von Rückhalteräumen an Gewässern.

Dritter Preis bringt 1000 Euro

Ein dritter Preis (1000 Euro) ging an die Gemeinde Weißenohe. Durch die Gemeinde fließt die Lillach, einer der Sinterbäche der Fränkischen Schweiz. Unterhalb der Karstquelle haben sich bei Dorfhaus auf mehreren Hundert Metern treppenartige Sinterterrassen gebildet, die als Geotop ausgewiesen, seit 1976 als flächenhaftes Naturdenkmal geschützt und ein wahrer Besuchermagnet sind. Unter anderem informieren nun Hinweistafeln über die Terrassen, Tiere und Pflanzen. Mit diesem Lenkungskonzept sollen die Terrassen geschützt und gleichzeitig zugänglich gemacht werden. 120 000 Euro hat die Gemeinde dafür investiert, die Hälfte hat das Umweltministerium beigesteuert. red