Alleine der Antrag der CSU-Fraktion im Gemeinderat , die Kreisstraße zwischen Kirchehrenbach und Wiesenthau für Radfahrer sperren zu lassen, hatte schon im Vorfeld der Sitzung zu Leserbriefen geführt. Nun wurde dieser Antrag behandelt und nach einer kontroversen Debatte mit fünf zu neun Stimmen abgelehnt.

„Die Gemeinde Kirchehrenbach beantragt, dass die Kreisstraße zwischen Kirchehrenbach und dem Bahnhof Wiesenthau für Radfahrer gesperrt wird“, lautete der Antrag an Bürgermeisterin Anja Gebhardt ( SPD ). Es sei Tatsache, das es auf der Strecke immer wieder zu gefährlichen Situationen im Zusammenhang mit Radfahren gekommen war.

Begründet wurde der Antrag mit einem sehr großen Gefahrenpotenzial und auch damit, dass es Ausweichmöglichkeiten sowohl zum Lindenkeller als auch nach Forchheim/Reuth gäbe. „Seitens des Landkreises soll nochmals verstärkt der Versuch unternommen werden, den bahnbegleitenden Radweg durchgehend zu machen, was auf Kirchehrenbacher Seite bereits gegeben ist“, heißt es weiter in dem Antrag. Außerdem will die CSU das zur Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer der Randstreifen bei der Querung Richtung Lindenkeller ausgebaut und befestigt wird.

CSU-Chef und Zweiter Bürgermeister Michael Knörlein wies zunächst darauf hin, dass die CSU die Radfahrer nicht gängeln wolle, sondern dass es darum gehe, auf eine notwendige und sichere Radwegeverbindung in diesem Bereich hinzuweisen. Dabei könnten die Kirchehrenbacher Räte lediglich anmahnen und fordern, weil sie in diesem Bereich keine Entscheidungsbefugnis haben.

„ Kirchehrenbach selbst hat seine Hausaufgaben gemacht und auf seinem Gemeindegrund den Radweg in Richtung Wiesenthau herstellen lassen“, sagte Knörlein und betonte, dass man die Fortführung des bahnbegleitenden Radwegs auf Wiesenthauer Flur erreichen will. Auf eigene Kosten sei Kirchehrenbach bereits in große Vorleistung getreten. Nun liege es an der Gemeinde Wiesenthau und dem Landkreis, sich um den Lückenschluss zu kümmern und die Grundstücksverhandlungen durchzuführen. Auch wenn die Anzahl der Unfälle noch gering sei, stelle sich die Frage, ob erst etwas passieren müsse, bis man reagiert. „Politik muss vorausschauend handeln“, so Knörlein.

Bürgermeisterin Gebhardt hatte in der Zwischenzeit von der Polizei einen Unfallbericht angefordert. Demnach kam es seit 2018 zu 16 Unfällen auf dieser Kreisstraßenstrecke. Neun davon waren Wildunfälle, zwei kleinere Sachschäden im Begegnungsverkehr, vier Unfälle mit Personenschäden und nur ein Unfall mit einem Radfahrer , der aus einem Feldweg kam und noch dazu alkoholisiert war.

„Wir können es nicht erzwingen, dass ein Radweg gebaut wird, und der Kreis baut die Straße nicht breiter“, so Siegfried Adami ( SPD ). Mit einem Antrag auf Sperrung der Kreisstraße für Radfahrer setze man das falsche Zeichen und unterstütze damit nicht die Radfahrer , sondern sei radfahrerfeindlich, so Adami.

„Eine Frage an den Polizisten Adami: Was passiert mir, wenn ich auf der gesperrten Strecke trotzdem Fahrrad fahre?“, wollte Rainer Gebhardt ( SPD ) wissen. „Da gibt es ein Ordnungsgeld von vielleicht 20 Euro“, war Adamis Antwort. „Wir wollen einfach Druck aufbauen, denn von alleine geht nichts“, betonte Johannes Schnitzerlein ( CSU ). „Die Straße zu sperren, nur um Druck aufzubauen, das funktioniert nicht“, gab ihm Johannes Kormann (FW) zurück. Denn es handle sich um eine Kreisstraße.

Laurenz Kuhmann ( SPD ) sah ein Problem in Verboten. „Mit dieser Diskussion schaden wir der Sache, weil sich dann die Fronten automatisch verhärten“, so Kuhmann. „Vielleicht kann man es anders formulieren, nicht als Verbot“, so Rainer Gebhardt. Er war auch der Meinung, dass man die Querungshilfe kurzfristig umsetzen könne. „Eigentlich sind es mehrere Anträge“, stellte Ulrike Götz ( CSU ) fest. „Wenn gesperrt wird brauchen wir vielleicht gar keinen Radweg mehr, weil sie dann alle über Reuth fahren“, so Götz.

Die Rathauschefin ließ nun über den CSU-Antrag abstimmen. Das Ergebnis: Die Gemeinde Kirchehrenbach wird beim Landkreis keinen Antrag auf Sperrung der Kreisstraße für Radfahrer stellen. Man will aber weiter am Ball bleiben und Gespräche mit den Beteiligten führen.