Um ein attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort zu bleiben, muss in Heroldsbach eine flächendeckende Glasfaserversorgung her. Hierzu stand die Gemeindeverwaltung mit drei Anbietern in Kontakt, deren Angebote dem Gemeinderat in der Jahresabschlusssitzung vorgestellt wurden.

Nach Abschätzung aller Vor- und Nachteile entschieden sich die Gemeinderäte für das Unternehmen „Unsere Grüne Glasfaser“. Das Unternehmen plant den eigenwirtschaftlichen Ausbau des Glasfasernetzes, das Bandbreiten bis zu einem Gigabit pro Sekunde ermöglicht. „Es ist so leistungsstark, dass Arbeiten und Lernen zu Hause, Videokonferenzen, Surfen und Streaming gleichzeitig möglich sind“, brachte Bürgermeister Benedikt Graf von Bentzel ( CSU ) seine Freude darüber zum Ausdruck und betonte, dass ein Glasfaseranschluss mittlerweile genauso wichtig sei wie Strom, Wasser oder Gas.

Die Rede ist von Heroldsbach und seinen Ortsteilen. Dort werden Bereiche von dem Unternehmen zum Teil neu erschlossen beziehungsweise die bisherige Infrastruktur überbaut. Wie das dann alles konkret funktioniert und wie ein solcher Anschluss beantragt werden kann, wird für die Interessierten Anfang 2022 entsprechend beworben.

Immer weniger Nistplätze

In der Oktober-Sitzung hatte der Gemeinderat den Umbau der ehemaligen Trafostation in der Schloßstraße zu einem Artenschutzturm beschlossen. Haussperling, Hausrotschwanz, Mauersegler, Fledermaus und Turmfalke finden immer weniger Dachspalten, Mauerlöcher und Nischen, die ihnen als Brut- und Nistplätze zur Verfügung stehen. Alte Gebäude würden abgerissen oder saniert, und damit verschwinden immer mehr Nistmöglichkeiten, erklärte der Bürgermeister . Aus diesem Grund soll der Trafoturm für Gebäudebrüter wie Schleiereule, Turmfalken, Dohle, Star, Haussperling, Mauersegler, Mehlschwalbe und Fledermaus umgebaut werden. Dafür sind Nisthilfen und Quartiere am Turm innen und außen vorgesehen. Die Kosten für einen artgerechten Umbau betragen etwa 50 000 Euro. Weiter müsste das Grundstück mit 42 Quadtratmetern und der Turm erworben werden.

Gemeinderat Peter Münch (FW) hält den Erwerb und die Umnutzung für eine gute Sache. Sein Kollege Edgar Büttner ( SPD ) schlägt zudem vor, Gespräche mit Experten vom Landesbund für Vogelschutz zu führen. Das Gremium beschloss den Umbau einstimmig. Mit dem Eigentümer sollen Grundstücksverhandlungen geführt werden.

Ein weiteres Krisenjahr

Die Jahresabschlusssitzung nahm der Bürgermeister zum Anlass, auf das kommunalpolitische Geschehen 2021 zurückzublicken. Es habe sich „einiges zur positiven Entwicklung der Kommune ereignet“. Dennoch sei 2021 ein weiteres Krisenjahr wegen der Corona-Pandemie mit schwierigen Rahmenbedingungen, geprägt von Tiefbaumaßnahmen und weiteren baulichen Projekten. Er sprach allen Bürgern, Vereinen, Kirchen, Institutionen und Organisationen Dank für ihr ehrenamtliches Engagement aus.