„Ich finde es absurd“, meinte Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) bei der jüngsten Sitzung des Stadtrates Ebermannstadt beim Tagesordnungspunkt „Friedhöfe im Stadtgebiet“. Sie wies darauf hin, dass die Stadträte die Friedhofssatzung sechs Wochen zuvor erhalten hätten. Somit hätten diese Zeit gehabt, Änderungswünsche oder Anmerkungen vorher der Verwaltung zu melden. Stattdessen wurde in der Sitzung über Formulierungen diskutiert, zum Beispiel wie viele Särge und Urnen in einem Grab bestattet werden dürfen. Nach langen Diskussionen schaffte es das Gremium schließlich, die Friedhofssatzung und die Friedhofsgebührensatzung zu erlassen.

Über 500 Bürger angeschrieben

Zuvor war auch der Rahmenplan verabschiedet worden. Immer wieder hatte Christiane Meyer erklärt, dass dieser Beschluss benötigt werde, um überhaupt erst mit den Sanierungsmaßnahmen beginnen zu können. Dieser Beschluss sollte bereits im Mai gefasst werden. Doch hier hatten die Räte beantragt, dass erst eine Bürgerinformationsveranstaltung stattfinden sollte. Deren Ergebnisse hatten keine Auswirkungen auf den Rahmenplan.

„Mit einem persönlichen Schreiben wurden über 500 Nutzungsberechtigte des Bereiches I von der Friedhofsverwaltung über die künftige Nutzung des Friedhofes und insbesondere die Einschränkungen bei Erdbestattungen sowie den möglichen Einsatz eines Grabhüllensystems informiert“, berichtete Meyer. Auch waren die Nutzungsberechtigten der Gräber unmittelbar im Eingangsbereich angeschrieben worden. Bei den Infoveranstaltungen der Stadtverwaltung waren zweimal zwölf Bürger gekommen, die Fragen zur Bodennutzung, zum Eingangstor, zu den Wegen, den Bänken oder zur Barrierefreiheit gestellt oder Tipps zu den Hecken gegeben hatten.

Eine Frage des Personals

Die Fraktion der FDB/BFE hatte ebenfalls Bürger auf den Friedhof eingeladen, um ihre Meinung einzuholen. Deren Sprecher Thomas Dorscht trug einige Erkenntnisse aus der Veranstaltung vor und hinterfragte kritisch, was ein schöner Friedhof tauge, wenn dieser nicht gepflegt werde? Er beantragte, dass das Bestattungsfeld für Sternenkinder nicht am Rand geplant werden solle. Dieser Antrag wurde mit 17 Gegenstimmen abgelehnt.

Die Bürgermeisterin erklärte erneut, dass erst der Rahmenplan beschlossen werden müsse, dann könnten Kosten ermittelt werden. Max Wehner vom Planungsbüro „Team 4“ meinte, dass man bei der Pflege über Personal sprechen müsse.

Geschäftsstellenleiter Andreas Kirchner äußerte den Wunsch, dass die FDP/BFE-Fraktion sich dafür einsetzen möge, dass der Stellenplan aufgestockt wird.

Die Sternenkinder am Rand

Max Wehner erklärte auch diesmal das Problem der Drainage und dass diese nicht möglich sei, weil der Boden zu dicht sei und man sonst zwei Meter hohe Mauern anbringen und mit Sand überdecken müsste. Der geplante Bereich der Sternenkinder sei am Rand, weil es hier keine Belegungen gebe.

Nach der Sitzung äußerte ein Besucher im Gespräch, dass er froh sei, dass die Sternenkinder am Rand bestattet werden. Sein Kind liege im Friedhof in Erlangen. Ihn störten die Blicke der Friedhofsbesucher , wenn er sein verstorbenes Kind besuche.

Thomas Dorscht trug vor, dass die Entfernung der Hecken, des Eingangstors und der Linden für die Bürger strittige Punkte seien. Max Wehner erklärte, dass der Eingangsbereich breiter sein sollte, damit man mit größeren Geräten in den Friedhof fahren könne. Die Linden versuche er zu erhalten, sie seien aber in einem schlechten Zustand. Die Hecken könne er stehen lassen. Würde man diese später wegreißen wollen, müsste man allerdings die Wege wieder sanieren. Deshalb empfahl er, diese gleich zu entfernen.

„Würdevolle Art der Bestattung“

Zum Grabhüllensystem meinte Stadtrat Erwin Horn (NLE): „Manche Menschen glauben, dass der Verstorbene in einen Plastiksack gesteckt und vergraben wird. Das ist nicht so, sondern es ist eine würdevolle Art der Bestattung .“ Wehner ergänzte, dass nur das Grab mit der Hülle ausgelegt werde. Die Beerdigung mit Sarg sei ganz normal.

Dorscht warf der Verwaltung vor, dass nur ein Grabhüllensystem genutzt werden solle. Das wiesen Meyer und Kirchner zurück. Auch verwahrte sich die Bürgermeisterin gegen den Vorwurf, dass sie ungerechtfertigt mit Geldern der Bürger umgehe.

Nach der Sitzung zeigte sich Zuhörer Wolfgang Mehrer überrascht davon, dass Thomas Dorscht während der Sitzung so viel kritisiert hatte. Unter anderem, dass er, Mehrer, und eine Führungskraft der Verwaltung ihre persönliche Meinung öffentlich geäußert hätten. Mehrer: „Als Bürger Ebermannstadts habe ich Rede- und Meinungsfreiheit und lasse mir keinen Maulkorb verpassen.“ Er wünsche sich, dass Menschen, die ständig kritisieren, sich selbst hin und wieder reflektieren. Außerdem erwarte er von einem Stadtrat , dass er kritikfähig ist.