Im Juli hatte sich der Marktgemeinderat Wiesenttal noch einstimmig für eine weitere Zusammenarbeit mit der Diakonie Bamberg-Forchheim für das vor knapp drei Jahren ins Leben gerufene Quartiersprojekt „Lebendiges Wiesenttal “ ausgesprochen, überraschend wird nun zum 30. November das Projekt von der Diakonie beendet.

„Der erneut gestellte Förderantrag wird von der Diakonie nicht mehr unterstützt“, teilte Bürgermeister Marco Trautner (FWW/ CSU ) in der jüngsten Ratssitzung mit und verlas dazu ein Schreiben von Diakonievorstand Norbert Kern. „Als großer, verantwortungsbewusster Träger, der in drei großen Landkreisen und einer kreisfreien Stadt arbeitet, sehen wir uns auf Dauer finanziell nicht nur in der Marktgemeinde Wiesenttal aktiv, sondern müssen und wollen auch andernorts Geldmittel einsetzen, um strukturelle Verbesserungen auf den Weg zu bringen“, schrieb Kern dem Bürgermeister und den beiden evangelischen Pfarrern im Wiesenttal .

Inzwischen lägen eine Vielzahl von Anregungen auf dem Tisch, die nunmehr von der Marktgemeinde gut in Eigeninitiative – zum Teil auch mit den Kirchengemeinden – fortentwickelt werden könnten. Dies sei einer der Gründe gegen die weitere Zusammenarbeit.

Bisher hat sich der Markt Wiesenttal an dem Projekt finanziell nicht beteiligt. Das Förderprojekt kostete circa 100.000 Euro, die Diakonie beteiligte sich mit 30.000 Euro. „Nun ist es anders gekommen als gedacht und wir müssen uns Gedanken machen, wie wir dieses Projekt fortführen können“, stellte Trautner fest. Eine eventuelle weitere Förderung durch die Fernsehlotterie gebe es nicht vor März nächsten Jahres.

Förderung durchs Ministerium

Eine Möglichkeit wäre die Förderung des bayerischen Sozialministeriums nach der Förderrichtlinie „Selbstbestimmt leben im Alter“ (Sela). Diese Förderung richtet sich aber ausschließlich an Senioren. Eine weitere Option sah Trautner in einem noch zu installierenden Sozialbeirat. Der Markt könnte dafür die Räume zur Verfügung stellen, hofft Trautner, der aber keine Patentlösung hat.

Jedenfalls solle man versuchen, zweigleisig zu fahren: versuchen, Fördermittel zu akquirieren, und einen Sozialbeirat installieren. Für Pfarrer David Kieslich ist die unglaublich kurze Zeit das Problem. „Es bleibt nichts anderes übrig, wir müssen es bis September hinbringen“, sagte der neue Streitberger Pfarrer. In finanzieller Hinsicht seien der Kirche aber auch die Hände gebunden. Beantrage man die Sela-Förderung, dauere es erfahrungsgemäß ein Vierteljahr, bis darüber entschieden werde, erläuterte Quartiersmanagerin Karin McWatt.

Romy Eberlein vom Landratsamt Forchheim verwies darauf, dass der Förderschwerpunkt Senioren ein ziemlich neues Thema sei. Vizebürgermeister Konrad Rosenzweig ( CSU ) warnte, dass das Ganze finanziell „ein heißes Eisen“, für den Markt sei. Denn dies falle in den Bereich der freiwilligen Leistungen, die die Rechtsaufsicht immer gestrichen habe. Rosenzweig riet, sich mit Nachbargemeinden zu vernetzen.

Martin Polster ( BMW ) fragte, ob man nicht was vom Freibad Streitberg „abknabbern“ oder woanders etwas streichen könnte.

Schließlich wurde einstimmig beschlossen, dass die Verwaltung in Zusammenarbeit mit der Kirche Fördermöglichkeiten eruieren soll und einen künftigen Sozialbeirat einbindet.