Gut aufbewahrt in einem Schrank im Rathaus wird das Goldene Buch der Gemeinde Weilersbach . Doch wenn Bürgermeister Marco Friepes eine verdiente Persönlichkeit einlädt, dann kommt es zum Einsatz. Als Ehrengast begrüßte der Gemeindechef im Rathaus Detlev Hollatz, den langjährigen Weilersbacher Allgemeinarzt, der jetzt dauerhafte Spuren in Weilersbach hinterlassen hat: Denn im Beisein seiner Ehefrau Carmen und des gesamten Praxisteams seines Nachfolgers Dieter Breit trug er sich in das Goldene Buch ein mit dem Zusatz: „Ich war immer gerne Ihr/Euer Hausarzt.“

31 Jahre zurück: Der damalige Bürgermeister wollte einen ortsansässigen Arzt in seiner Gemeinde, was sich als nicht so einfach gestaltete. Auch lockte nicht jeden Mediziner das Landleben. Nach einem Aufruf in der Bild-Zeitung 1991 kam schließlich der Kontakt mit Hollatz zustande, der seinerzeit Arzt in Wangerooge war. Mit Zustimmung von höherer Stelle aus Bayreuth sowie der Unterstützung und einem Ja des Gemeinderates stand der Eröffnung einer Arztpraxis nichts mehr entgegen. Am 2. Januar 1992 hielt der damals 33-jährige Allgemeinarzt Hollatz seine erste Sprechstunde in den neuen Räumlichkeiten der Raiffeisenbank.

„Was ich nie bereut habe“, sagte Hollatz. Am 31. März beendete er seine Arzttätigkeit und sagte Weilersbach ade. In seiner Laudatio würdigte Bürgermeister Friepes die Verdienste und den persönlichen Einsatz von Hollatz während seiner 30-jährigen Tätigkeit. Im Namen der Gemeinde und auch persönlich sprach er ihm Dank und Anerkennung aus. Vor allem auch dafür, dass er vor 30 Jahren das Wagnis einer Praxisgründung eingegangen sei und der Praxis und seinen Patienten treu blieb. Als äußeres Zeichen überreichte der Bürgermeister an Detlev Hollatz eine Dankesurkunde der Gemeinde, und für die Ehefrau Carmen gab es einen Blumenstrauß.

Für Hollatz war es eine „große Ehre“, sich in Weilersbach verewigen zu dürfen. Ein Ort, der nicht nur ein Teil seines beruflichen Lebens gewesen sei, in dem er viele Menschen kennen lernen durfte und fast in jedem Haus einen Patienten hatte. Das Wichtigste sei ihm stets der Mensch gewesen mit seinen Sorgen und Nöten, der Hilfe brauchte. „Ich hatte oft die Möglichkeit, Menschen das Leben zu retten – das war stets mein größter Wunsch.“ Mit „einem lachenden und einem weinenden Auge“ verabschiedete sich ein sichtlich bewegter Land- und Allgemeinarzt, der es „nie bereut“ habe“, diesen Schritt in seiner Laufbahn als Arzt gegangen zu sein. Heidi Amon