„Christen, singt mit frohem Herzen“ – dieses Fronleichnamslied dürften am Donnerstag viele Katholiken mit innerer Anteilnahme gesungen haben. Denn nach zweijähriger pandemiebedingter Pause konnten wieder Fronleichnamsprozessionen abgehalten werden. „Froh bewegt, das Allerheiligste durch die Stadt zu begleiten“, dazu lud der Forchheimer Stadtpfarrer , Domkapitular Martin Emge, im vorangegangenen Gottesdienst die Gläubigen ein. Seine Predigt stellte er unter den Gedanken „Das Brot brechen“.

Gegen die Lebensmittelverschwendung

Den Leib Christi in Brotgestalt in der Monstranz durch die Stadt zu tragen, sei eine heute fast vergessene Tradition. Dennoch bleibe das eine Demonstration für den eucharistischen Heiland. Der Geistliche erinnerte an die Speisung der 5000 und schlug einen Bogen zum sogenannten Containern als Protest gegen die Lebensmittelverschwendung. Im Abendmalsaal habe Christus den Ursprung des Teilens geschaffen, mit der Folge, dass man Christen am Brotbrechen erkannt habe. Für Martin Emge ist Fronleichnam eine Mahnung, zu erkennen, „wo Hunger ist und wo Hilfe gebraucht wird“.

Vorbei an den Baustellen

Der Stadtpfarrer begrüßte namentlich Oberbürgermeister Uwe Kirschstein ( SPD ) sowie Mitglieder des Stadtrates und Bezirkstages, ebenso die Gläubigen aus dem Pfarrverbund. Bei Sonnenschein nahm die Prozession den einstündigen Weg durch die Stadt, vorbei an der Baustelle Rathaus und unter Umgehung der Baustelle Paradeplatz durch die Vogelstraße, Dreikirchenstraße und am Streckerplatz vorbei zur Hauptstraße. Emge dankte den Familien Dietz, Karnbaum und Gebhardt sowie dem Klosterverein für die Bereitstellung und Schmückung der Altäre, ebenso den Hilfsdiensten von Polizei und Feuerwehr. Vorausgetragen wurde von sechs Männern die große, sechs Zentner schwere Muttergottesstatue aus der Martinskirche, begleitet von den Fahnenabordnungen der Handwerkszünfte Zimmerer und Metzger, der Kameradschaft Wittelsbach, der Sebastiani-Bruderschaft, von Kolping und Frauenbund. Teilnehmer in fränkischer Tracht erinnerten an eine alte Tradition, und drei Kommunionkinder trugen am Altar Klosterkirche Fürbitten vor. Zum eucharistischen Segen sang der Kirchenchor; Prozessionslieder wurden von Musikern aus Buckenhofen und Gunzendorf begleitet. Anschließend waren die Teilnehmer zum Pfarrfest in den Garten des Pfarrhauses eingeladen.