Weniger Bürokratie, mehr Zeit in der Gruppe für die Kinder, mehr qualifiziertes Personal: Das sind die zentralen Wünsche und Forderungen, die Bundesta...
Weniger Bürokratie, mehr Zeit in der Gruppe für die Kinder, mehr qualifiziertes Personal : Das sind die zentralen Wünsche und Forderungen, die Bundestagsabgeordnete Silke Launert von ihrem Besuch der Kindertagesstätte St. Nikolaus in Ebermannstadt mit nach Hause und natürlich mit nach Berlin nimmt.
Die Probleme des Fachkräfte- und Zeitmangels existieren schon lange, Corona hat sie aber noch einmal verschärft, sagte Launert bei dem Gespräch mit Kita-Leiterin Katrin Bogner, Jens Kuppert, Geschäftsführer von der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Kitas in Forchheim, und Heinrich Panzer, Kindergartenbeauftragter der Kirchenverwaltung in der Kita .
Insbesondere der Bürokratieabbau sei ein großes Thema, sagte Kuppert. Weniger Bürokratie könnte dem ohnehin schon knappen Personal mehr Zeit bei den Kindern ermöglichen. Um dies zu erreichen, müsse auch die Digitalisierung in Kitas mehr gefördert werden. Leistungen wie der Leitungs- und Verwaltungsbonus für Kita-Leitungen seien gut gemeint und sollten nach Meinung von Kuppert und Bogner unbedingt fortgeführt werden. Allerdings ohne den bisher zu erledigenden Papierkram wie Konzepte schreiben. „Ich will als Leitung nicht nur im Büro sitzen, sondern in meiner Gruppe bei den Kindern sein“, sagte Bogner.
Launert begrüße den Bonus ebenfalls, da immer weniger die Verantwortung und Leitung übernehmen möchten. „Wenn die Zeit aber fürs Konzepte schreiben weg geht, ist das wenig sinnvoll“, so die Bundestagsabgeordnete. Es werde dringend mehr qualifiziertes Personal benötigt. Dem stimmte Kuppert zu: Die Personalstärke sei zu niedrig bemessen. Derzeit liege der Betreuungsschlüssel bei 1:11. Er wünsche sich auch mehr Flexibilität bei der Einteilung der Gruppen.
Wie Kita-Leiterin Bogner ergänzte, werde der Personalmangel verschärft durch die verkürzte Ausbildung für Erzieher von fünf auf vier Jahre. Dadurch verbringen die Auszubildenden viel Zeit in der Schule, aber nur wenig in den Einrichtungen. Dabei sei gerade der Praxisbezug extrem wichtig, so Bogner. Der Erzieherberuf sollte mehr Wertschätzung erfahren – nicht nur monetär – waren sich die Gesprächsteilnehmer einig. red