Waischenfeld im Ausnahmezustand: Nach zweijähriger coronabedingter Pause fand erstmals wieder das Gartenfest der Schützengesellschaft Waischenfeld im Kraußengarten in Verbindung mit dem seit Jahren weithin bekannten Traktor-Oldtimertreffen statt. 221 Besitzer von historischen Traktoren und weiteren historischen Fahrzeugen nahmen daran teil.

Die Veranstalter schätzen, dass etwa 3000 Schaulustige die Straßen der Innenstadt säumten, als die Bulldogkarawane zur Stadtrundfahrt aufbrach. Das war in jeder Hinsicht Rekord. Hochgerechnet waren insgesamt rund 10.000 PS am Start.

Die stärkste teilnehmende Gruppe war der Bulldogstammtisch Kühlenfels mit 21 Dieselrössern, obwohl in Kühlenfels zeitgleich Brunnenfest war. Die Bulldogfreunde aus Engelmeß (Gemeinde Mistelgau) waren mit 13 Traktoren nach Waischenfeld getuckert, die Ahorntaler mit zwölf, und aus Altenplos kamen acht historische Traktoren . Stark vertreten waren auch die Lokalmatadoren der Bulldogfreunde Waischenfeld-Nankendorf.

Aus dem Vogtland angereist

Man sah Nummernschilder nicht nur aus Bayreuth, sondern viele mit Forchheimer und Bamberger Kennzeichen. Vertreten waren auch Bulldogfreunde aus den Landkreisen Neustadt an der Waldnaab, Coburg und Kulmbach. Klaus und Helga Krause aus Bad Elster im sächsischen Vogtland waren mit ihren Lanz L25, Baujahr 1944, am weitesten angereist: Sieben Stunden brauchten sie mit dem umgebauten früheren Holzvergaser für die etwa 130 Kilometer auf Landstraßen nach Waischenfeld , hinten dran als Anhänger ein Wohnwagen. Die Krauses hatten den Tipp für das Traktortreffen von Ernst Wirth aus Geroldsgrün bekommen, der auch mit seinem Traktor dabei war. „Es ist ein wunderbares Treffen“, sagt Klaus Krause.

Den ältesten Bulldog der Schau, ein Lanz mit Baujahr 1938 und Einzylinderglühkopf, fuhr Thomas Rogner aus Pegnitz vor. Einen der ältesten Porsche mit Baujahr 1954 fuhr Harald Heckel aus Waischenfeld . Nicht fehlen durfte auch der Aufseßer Altbürgermeister Ludwig Bäuerlein mit seinem Porsche oder der Büchenbacher Imker Anton Herzing mit seinem betagten Bulldog.

Gößweinsteiner mit einer Kutsche

Die Pförtners aus Gößweinstein ließen sich in einer glänzenden Kutsche durch Waischenfeld ziehen. Viele hatten auch Anhänger an ihren Traktoren , von denen fröhliche Menschen herunterwinkten. Der „Guzzi-Geo“, Georg Stenglein aus Breitenlesau, führte mit seiner Galetto, Baujahr 1953, den fast nicht enden wollenden Zug an. Bürgermeister Thomas Thiem ( CSU ) grüßte die Dieselkapitäne einzeln.

Auf der Dooser Straße kam es im Begegnungsverkehr teilweise zu Stau. Menschenmassen drängten sich auf der Skulpturenpromenade bei der Bulldog-Schau. Da stand doch dann auch glatt ein neues Kunstwerk zwischen den Skulpturen: Auf einem Anhänger sah man den Steinernen Beutel, das Wahrzeichen der Stadt. Schön anzusehen die alten Traktoren , die teilweise wie neu aus der Fabrik aussahen.

Vor der historischen Dreschmaschine Venus 2 posierten Josepha Köhler aus Buttenheim und ihre Schwester Theresa aus Waizendorf im feschen Dirndl. Sie sind die ersten Models für den geplanten Waischenfelder Bauernkalender, der im nächsten Jahr rauskommen soll. Die Idee dazu hatte Selina Schrüfer von der Schützengesellschaft. „Das wird unser Winterprojekt“, sagt Schrüfer und rief dazu auf, dass sich noch Mädels für den Bauernkalender bei ihr und den Schützen melden können.