Mit zwölf zu vier Stimmen hat der Münnerstädter Stadtrat zugestimmt, dem TSV Münnerstadt einen Zuschuss für die Modernisierung der Flutlichtanlage zu gewähren, der weit über die sonst üblichen zehn Prozent hinaus geht. 55 Prozent der Kosten (rund 16 500 Euro) übernimmt die Kommune. Die Mehrheit der Stadträte sah wegen der besonderen Situation in dieser Entscheidung keinen Präzedenzfall. Der TSV will die Flutlichtanlage auf modernes LED-Licht umstellen, wodurch der Energieverbrauch deutlich sinkt. Kosten: Rund 30 000 Euro. Das Forschungszentrum Jülich übernimmt voraussichtlich 35 Prozent der Kosten (etwa 10 500 Euro). Der Bayerische Landessportverband (BLSV) fördert solche Anlagen normalerweise mit 55 Prozent. Das Problem: Das tut er nur dann, wenn der Verein Eigentümer ist. Die Sportanlage einschließlich Flutlicht ist aber 1980 von der Stadt Münnerstadt errichtet worden. Trotz intensiver Gespräche haben die Verantwortlichen des TSV Münnerstadt nichts an dieser Entscheidung ändern können. Der TSV müsste demnach 65 Prozent der Kosten selbst tragen.

Wie in solchen Fällen üblich, hat der TSV-Vorstand einen Zuschussantrag bei der Stadt gestellt, die normalerweise zehn Prozent der Kosten gewährt. Weil die Situation so besonders ist, bat der TSV um eine höhere Unterstützung als sonst üblich.

2. Bürgermeister Andreas Trägner (Freie Wähler) brach eine Lanze für den TSV. Der Verein sollte einen Zuschuss bekommen, wie jeder anderer Sportverein auch, wenn nicht vom BLSV, dann eben von der Stadt. Leo Pfennig (Freie Wähler) sprach ebenfalls von einer Ausnahme. Es sei ein Sonderfall, kein Präzedenzfall, meinte Christine Martin (Grüne) dazu.

Arno Schlembach (CSU) und Klaus Schebler (Neue Wege) sprachen sich für einen zehnprozentigen Zuschuss aus, um keinen Präzedenzfall zu schaffen. Aber die große Mehrheits im Stadtrat sah das letztendlich anders.