Heike Beudert

Münnerstadt — Die Kostenschätzung von Planer Frank Braun (Planungschmiede Braun, Würzburg) für einen Flurweg, der die Fluren von Kleinwenkheim und Seubrigshausen verbinden soll, sorgte für Ratlosigkeit bei den Stadträten. "Die Summe ist extrem hoch", stellte Bürgermeister Michael Kastl fest. Der sogenannte Kernweg soll die Flur in diesem Bereich besser erschließen. Er verläuft weitgehend auf bestehenden Wegen. Selbst wenn die Strecke auch von Radfahrern genutzt werden kann, konnten sich die Stadträte noch nicht zu einer Entscheidung durchringen.

Gebaut werden diese Kernwege nach genauen Vorgaben der landwirtschaftlichen Fachbehörden, erläuterte Braun. Die Breite liegt bei 3,50 Metern. Die Wege sind asphaltiert. Allerdings gebe es bei dem Weg zwischen Kleinwenkheim und Seubrigshausen eine Besonderheit: Wegen spezieller Vogelvorkommen fordert die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Bad Kissingen, dass ein Wegstück nur geschottert wird.

Gerade auch die Frage, ob Schotterung oder Asphalt beschäftigte den Stadtrat. Christine Martin, Klaus Schebler und Adrian Bier äußerten sich kritisch gegenüber einer Asphaltierung. Arno Schlembach verwies darauf, dass eine Schotterdecke vermutlich schneller Schäden aufweise. Durchschnittlich nach drei Jahren müsse dort nachgebessert werden, bestätigt Braun. Die Kosten trage die Stadt.

Braun machte darauf aufmerksam, dass nur die Projekte den vollen Fördersatz haben, die genau den Vorgaben des Amtes für ländliche Entwicklung entsprechen. Nicht klar war, welche Höhe im besten Fall gegeben wird. Im Raum stand eine Förderhöhe zwischen 65 und 85 Prozent. Bei einer Förderung von 65 Prozent sah Kastl wenig Aussichten auf eine Umsetzung des Verkehrsprojektes, zumal der Weg nicht der einzige ist, der im östlichen Stadtgebiet ausgebaut werden soll. Zwei weitere zwischen Kleinwenkheim und Großwenkheim stünden an. Das restliche Stadtgebiet ist da noch gar nicht berücksichtigt. Die Finanzierbarkeit ist deshalb grundsätzlich das Problem, bei den vielen anstehenden Investitionen im Stadtgebiet.

Ziel der Kernwege ist es, dass der landwirtschaftliche Verkehr sich dort und möglichst nicht auf den normalen Straßen bewegt. Verpflichtend sei die Nutzung nicht. Johannes Röß: "Ich glaube nicht, dass die Landwirte dort fahren." Burkard Schodorf ergänzte: "Wenn, ist es ein Rennweg zur Biogasanlage nach Großbardorf."