Bernhard Panzer Wenn die Menschen in Herzogenaurach kritisieren oder gar jammern, dann tun sie das oft auf einem hohen Niveau. Für manchen zunächst unverständlich mag auch der Hinweis von Margot Zenger klingen, die den FT telefonisch auf ein Flickwerk auf der Nordumgehung aufmerksam machte.

"Wenn man täglich dort drüberfährt, dann nervt das ganz schön", sagt die Frau aber und meint damit die Ausbesserungen auf der Fahrbahn. Denn eben seien diese Asphaltflecken nicht gerade, ja eher schon holprig, lautet ihre Kritik. Sie fühlt sich darin auch bestätigt. "Das sagen viele", behauptet sie. Und fragt: "Warum kann man dort nicht ausfräsen und das Befahren angenehmer gestalten?"

Das könnte man technisch zweifelsohne, stellt Lisa Bauersachs vom Staatlichen Bauamt Nürnberg fest. Ihre Abteilung ist zuständig für den Unterhalt des Hans-Ort-Rings, der ja seit 2016 eine Staatsstraße ist (2244) und damit in die Baulast des Staatlichen Bauamts Nürnberg übergeben wurde. Bei Ausbesserungen stelle sich aber immer die Frage, welchen Aufwand eine Maßnahme rechtfertigt.

Risse und Setzungen

Das angesprochene Teilstück der Nordumgehung befindet sich zwischen der Fachklinik und der Abzweigung nach Welkenbach. An einer ganzen Reihe Stellen sind dort Schäden ausgebessert worden. Seitdem zieren dort mehrere Meter große Asphaltflicken die Fahrbahn. Im Amtsdeutsch handelt es sich dort um "kleinflächige Instandhaltungsarbeiten". Diese sind im Juli gemacht worden, um die Straße vor größeren Schäden zu bewahren.

Durch die hohe Verkehrsbelastung war die Fahrbahn an vielen Stellen schadhaft und gerissen, berichtet die Abteilungsleiterin Lisa Bauersachs. Allerdings waren diese Schäden oberflächlich, so dass man es bei einer "betrieblichen Erhaltung" belassen konnte. Will heißen: Die Arbeiten wurden durch die Straßenmeisterei Höchstadt selbst durchgeführt. Die betroffenen Stellen wurden schlicht ausgebessert, damit eindringendes Wasser und der Frost im Winter keine Chance bekommen, die tieferen Schichten zu erreichen. Die Deckschicht ist Verschleißschicht und hat in den knapp 30 Jahren seit Bau der Straße in dem dortigen Bereich (1991) eine Menge an Verkehr ertragen müssen.

Schnell erledigt

Geschehen sind die Arbeiten per Hand, eine Vollsperrung war nicht erforderlich. Freilich könnte man auch aufwendig sanieren, was aber nicht einfach mal so zu bewerkstelligen ist und eine größere Planung mit sich bringt. So aber habe der Herr Bauer die Maßnahme recht schnell durchziehen können, sagt die Baurätin.

Der angesprochene Michael Bauer ist Leiter der Straßenmeisterei. Diese fährt ein paar Mal pro Woche ihr Straßennetz ab und nimmt etwaige Schäden in Augenschein. Auf der Staatsstraße 2244 seien eben die Setzungen und Risse aufgefallen.

Die so genannten Instandhaltungsarbeiten werden oftmals dann durchgeführt, wenn man zum einen eben größere Schäden vorübergehend verhindern möchte, zum anderen aber auch offen bleiben will für weitergehende Maßnahmen.

Denn alle vier Jahre werden die Staatsstraßen befahren, ihr Zustand wird erfasst und bewertet. Gegebenenfalls sind dann größere Sanierungen erforderlich. Oder es kommt die Politik ins Spiel. Im Herzogenauracher Stadtrat war beispielsweise eine mögliche Verbreiterung der Nordumgehung auf vier Streifen, an den derzeit noch schmalen Stellen, immer wieder mal Thema.

"Diese Forderung ist aktuell aber kein Tema", verdeutlicht Lisa Bauersachs. Generell liegen ihr keinerlei Informationen vor, dass in nächster Zeit irgendwelche Maßnahmen geplant seien. Die letzte Befahrung im Jahr 2019 sei zu keinem anderen Ergebnis gekommen. Was aber in ein paar Jahren sei, könne man jetzt freilich noch nicht sagen.

Es gibt schlechtere Straßen

Jedenfalls habe man sich entschlossen, es im vorliegenden Fall bei Ausbesserungen zu belassen. "Nach unserem Ermessen ist Kosmetik ausreichend", sagt Bauersachs. Michael Bauer pflichtet ihr da bei und verteidigt diese "herkömmliche Verfahrensweise": "Es gibt bedeutend schlechtere Straßen."

Nichtsdestotrotz wirkt das Flickwerk schon auch wie ein Provisorium. Das sieht unsere Anruferin Margot Zenger so und verweist auch auf andere diesbezügliche Aussagen. "Ich dachte halt, dass das nur Vorarbeiten sind." Für das gleiche Geld hätte man das doch sicher auch eben machen können, behauptet sie.