Andreas Dorsch Wie die Mehrheitsverhältnisse im neuen Kreistag sein werden, wird sich am nächsten Wochenende entscheiden, kündigt CSU-Fraktionssprecher und Landtagsabgeordneter Walter Nussel auf Anfrage des FT an. Bis dahin will sich die mit 20 Sitzen stärkste Fraktion im Kreistag Erlangen-Höchstadt festlegen, mit welchem Partner sie eine Zusammenarbeit anstrebt. "Wir sind auf der Zielgeraden in den Fragen, wo Schnittmengen sind oder Sachen, die gar nicht gehen", sagt Nussel. Gespräche führt die CSU mit den drei großen Fraktionen von Grünen (12 Sitze), Freien Wählern (11) und SPD (8), mit der die CSU in den vergangenen Jahren eine Mehrheit hatte. Nussel geht es darum, gerade in der jetzigen Situation ein ganz stabiles Bündnis zu schmieden.

In den Verhandlungen mischt natürlich auch Landrat Alexander Tritthart (CSU) mit. Er berichtet von guten, ausführlichen und zielführenden Gesprächen mit allen drei Fraktionen. Wer am besten zur CSU passt, möchte er aber noch nicht sagen. Auf jeden Fall sieht er die drei neuen JU-Kreisräte schon mal als CSU-Partner.

Unterdessen haben die Freien Wähler in der Kreistagsfraktion am Donnerstagabend die Weichen für die Zukunft gestellt und den Adelsdorfer Bürgermeister Karsten Fischkal zum neuen Fraktionssprecher gewählt. Er löst den Höchstadter Bürgermeister Gerald Brehm ab, der nach 18 Jahren die Führung der Kreistagsfraktion abgegeben hat. Beide sprechen von guten Gesprächen mit der CSU. Brehm erinnert daran, schon mit CSU-Landrat Franz Krug kooperiert zu haben, ebenso wie später mit SPD-Landrat Eberhard Irlinger. Ob es jetzt wieder zu einer Zusammenarbeit mit der CSU kommt? Die Freien Wähler stünden bereit. Karsten Fischkal freut sich schon auf die Herausforderung, "die Interessen der Fraktion nach außen zu kommunizieren". Fischkals neue Stellvertreter sind Regina Enz aus Höchstadt und Michael Schölkopf aus Eckental.