Der Kindergartenneubau beschäftigt den Bürgermeister (fast) täglich und die Gemeinderäte mindestens einmal monatlich. Weil die Kosten explodieren, verlangt das Kirchengemeindeamt als Träger in regelmäßigem Abstand eine Bestätigung, dass die politische Gemeinde die Mehrkosten übernimmt, die bisher ebenso regelmäßig anfallen.

Dieses Mal war es das Gewerk "Dach decken", das gegenüber der Ausschreibung um 14 366 Euro teurer wurde. Als Begründung nannte die ausführende Firma eine Erhöhung der Zulieferer bei den Einheitspreisen des Leistungsverzeichnisses, insbesondere bei Bauteilen aus Kupfer, bei Betondachsteinen und bei der Flachdachdämmung, bedingt durch Materialengpässe als Folge der Corona-Pandemie und der Ukrainekrise.

Bürgermeister Herwig Neumann (CSU/NWG) bezifferte die Kostenfortschreibung per 7. Juli auf mittlerweile 2,954 Millionen Euro. Das ist ein Plus von 29 982 Euro gegenüber dem letzten Stand vom 28. März dieses Jahres. "Wir müssen diese höheren Kosten finanzieren", darüber war er sich im Klaren. Ein Gespräch bei der Regierung von Oberfranken, die Möglichkeit einer verbesserten Nachförderung auszuloten, brachte keinen zählbaren Erfolg. Die Behörde verweist auf die Einhaltung der Förderrichtlinien.

Anteilige Übernahme?

Zu einer Nachfrage bei der Landeskirche, ob und wieweit sie bereit sei, höhere Kosten anteilig übernehmen zu können, steht eine Rückmeldung noch aus. Auch wenn die Gemeindefinanzen zwingend im Blick behalten werden müssen, ist sich die Gemeinde der Belastung bewusst. Das Gremium bestätigte gegenüber der Kirchenverwaltung, dass die Finanzierung der anfallenden Mehrkosten gesichert sei. Gleichzeitig wird vom Bauträger erhofft und erwartet, sich anteilig daran zu beteiligen.

Albert Kolb (SPD/WG) kann sich damit nicht abfinden und fragte, ob es nicht sinnvoll sei, eventuell Rechtsbeistand einzuholen. "Ich kenne zwar die Richtlinien. Aber es kann doch nicht richtig sein, dass wir alles alleine zahlen müssen. Nur weil wir die Letzten in der Reihe sind, sollten wir nicht klein beigeben."