Film ab mit Captain Germany

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Isabelle Schneider, Axel Pfleger, Rami Akkal, Patrick Eggert beim Innendreh zu Captain Germany. Foto: Axel Pfleger
Isabelle Schneider, Axel Pfleger, Rami Akkal, Patrick Eggert beim Innendreh zu Captain Germany. Foto: Axel Pfleger

Nach einem Auslandsaufenthalt hatte Axel Pfleger aus Grafenrheinfeld die Idee zu einem Film: Entstanden ist eine 45-minütige witzige Action-Komödie mit einem ernsten Hintergrund. Gezeigt wird sein Film im Januar im KUK.

Erst mal was erleben, dachte sich der Grafenrheinfelder Axel Pfleger und reiste nach dem Abitur am Schweinfurter Humboldt-Gymnasium im August 2015 nach Australien, um dort - wie so viele andere - das Land per "Work and Travel" zu erkunden. Das ist natürlich für sich schon eine Geschichte wert, doch die eigentliche beginnt erst, als Axel im Frühjahr 2016 nach Deutschland zurückkehrte.
Dort hatte sich in seiner Abwesenheit das gesellschaftspolitische Klima mit der Flüchtlingssituation gehörig verändert. Die Zeitungen berichteten von Übergriffen auf Flüchtlinge und Anschlägen auf Asylheime. Eine befremdliche Situation, gegen die der 20-Jährige - so seine Motivation - ein "Statement" setzen wollte.
Irgendwann saß er mit seinen Freunden Johannes Knoblauch und Matthias Sierzega zusammen, es war kurz nach einem Kinobesuch von "The First Avenger: Civil War" mit Titelheld "Captain America". Und im Gespräch entstand die Idee, einen Film über die Flüchtlingssituation zu drehen und dort einen Superhelden für Deutschland gegen das Böse antreten zu lassen.


Schon immer Filme gedreht

Schon immer hat Axel Filme gedreht: Als Kind lebte er in den USA und drehte dort mit seinem besten Freund Alan, der jetzt als Filmstudent in Los Angeles lebt, die verschiedensten Filme - meist über Freizeitparks. Auf dem Trip nach Australien hat Axel übrigens erst kürzlich Alan in L.A. besucht und gleich ein bisschen vom Filmbusiness mitbekommen.
Nach dem Umzug aus den USA 2006 drehte Axel in Grafenrheinfeld weiter und war natürlich auch in Australien mit seiner DSLR-Kamera unterwegs. Ein Teil dieser Reise ist erst kürzlich als Dokumentarfilm im NRW-Regionalfernsehen gezeigt worden. Seit einigen Wochen studiert Axel nämlich im nordrhein-westfälischen Kleve "Science Communications and Bionics".
Zurück zum Film: Die Idee war da, nun ging es im Sommer an die Umsetzung. Axel schrieb das Drehbuch, dessen Geschichte sich hauptsächlich aus Gesprächen mit seinen Freunden Johannes und Mathias entwickelte. Als die verschiedenen Rollen sich konkretisierten, wurden 21 "Schauspieler" aus dem Umfeld der drei Freunde "gecasted".
Mit Matthias Sierzega als größtem Fan von "Captain America" stand die Besetzung des deutschen Superhelden "Captain Germany" ohnehin schon fest. Rami Akkal übernahm dann die zweite Hauptrolle "Halim", Axels Vater Johannes spielt den Oberschurken Dr. Wolf. Wie Axel grinsend erzählt, war manchmal schon Überzeugungsarbeit nötig, denn nicht jeder sei gleich von seinem schauspielerischen Talent überzeugt gewesen. Am Ende musste das Drehbuch leicht abgeändert und die Zahl der Räuber und Kinder etwas reduziert werden, und Axel hat dann selbst auch noch eine Rolle übernommen.


Er hat seinen Platz gefunden

Doch das ist nicht sein Ding, wie er jetzt weiß. Er sieht seinen Platz hinter der Kamera, bei der Regie. Die Dreharbeiten im Juni und Juli fielen in eine schwierige Zeit: Einige Darsteller waren schulisch noch eingebunden, andere hatten Prüfungsstress. Alle Schauspieler unter einen Hut zu bekommen war rückblickend wohl das Schwierigste am ganzen filmischen Unternehmen.
Je nach Szene wurden die Schauspieler einbestellt. Gedreht wurde ausschließlich in und um Grafenrheinfeld. Und das Tolle daran: "Jeder hat sofort mitgezogen und die filmischen Ambitionen unterstützt", sagt Axel. Die Innenaufnahmen entstanden größtenteils im Grafenrheinfelder Unternehmen FIS, einige Szenen auch im Bergrheinfelder Fitnessstudio. Die Außenaufnahmen fanden rund um den Grafenrheinfelder Kirchplatz, an der Schule und im Schwebheimer Wald statt. Einige Aufnahmen wurden auch bei Axel und Rami daheim gedreht.
Entstanden ist eine 45-minütige witzige Action-Komödie mit einem ernsten Hintergrund. Finanziert hat Axel sein Filmprojekt übrigens komplett aus eigener Tasche. Gefilmt wurde mit einer Canon 6D mit Telezoom und Prime-Weitwinkelobjektiv, aber auch mit einem gängigen Zoom-Objektiv.
Halbe Nächte hat sich der junge Regisseur zwar mit der Bearbeitung und dem Zusammenschnitt der einzelnen Szenen um die Ohren gehauen. Aber "alles hat super Spaß gemacht". Trotz Selbstkritik ist Axel von seinem Film überzeugt. Und er hofft, dass ihm diese Arbeit einmal von Nutzen sein wird. Denn auch wenn er momentan etwas anderes studiert, ist sein erklärter Traumberuf doch Dokumentarfilmer.


Am 5. Januar im KUK

Der Film wird am 5. Januar um 19 Uhr im KUK in Schweinfurt gezeigt, Einlass ist ab 18.45 Uhr. Auch die Schauspieler-Crew ist ziemlich gespannt, wie der fertige Film "Captain Germany - Konglomerat" aussehen wird. Interessenten, die jetzt neugierig geworden sind und den Film sehen möchten, können sich Eintrittskarten für neun Euro reservieren bei: axel-pfleger@hotmail.com
Den Erlös daraus möchte Axel dem Grafenrheinfelder Helferkreis Asyl für die Flüchtlingsarbeit zukommen lassen.