Charlotte Wittnebel-Schmitz Der Gemeinderat Nüdlingen beschloss am 26. Mai, gemeinsam mit Bad Bocklet eine Schlauchreinigungsanlage für die Feuerwehr anzuschaffen. Mithilfe der Anlage können Schläuche nach Einsätzen gereinigt, geprüft, getrocknet und automatisch gewickelt werden. "Das ist wichtig, damit beim Einsatz kein Schlauch platzt", sagt Harald Hofmann, Bürgermeister von Nüdlingen.

Der Hintergrund ist: Der Freistaat Bayern fördert es, wenn Kommunen Schlauchpflegeanlagen gemeinsam nutzen. Der Zusammenschluss der Gemeinden Oberthulba, Burkardroth, Bad Bocklet und Nüdlingen in der "Allianz Kissinger Boden" bietet dafür eine Plattform. Die Feuerwehren von Oberthulba und Burkardroth hatten bei Gesprächen im März 2019 mitgeteilt, dass sie an ihrer Schlauchpflege nichts ändern müssten. Burkardroth besitze eine eigene moderne Kompaktanlage zur Schlauchpflege, habe aber zu wenig Kapazitäten, um damit auch die Schläuche von Bad Bocklet und Nüdlingen zu pflegen.

Der Gemeinderat beauftragte Bürgermeister Harald Hoffmann, den Förderantrag bei der Regierung Unterfranken zu stellen und ein Angebot für die Anlage einzuholen. Bayern fördert die Kompaktanlage mit mindestens 19 800 Euro. Insgesamt sind im Haushalt 82 000 Euro für den Brandschutz und die öffentliche Sicherheit und Ordnung eingeplant.

Jahresrechnung 2019

Fabian Röder von der Finanzverwaltung stellte den Rechenschaftsbericht für 2019 vor. Es ergibt sich ein bereinigtes Haushaltsvolumen von 13 080 317 Euro, davon 11 493 994 Euro im Verwaltungs- und 1 586 322 Euro im Vermögenshaushalt."Die Gemeinde Nüdlingen ist seit Mitte 2007 schuldenfrei", sagt Röder. "Wir gehen sparsam mit dem Geld der Bürger um", sagt Harald Hofmann. Die Lage der Kommunen werde in der Zukunft schwieriger. Aber: "Wir sind gewappnet für das, was wir uns vorgenommen haben: Schule sanieren oder Schule neu bauen."

Die Einnahmen im Jahr 2019 sind auf dem bisher höchsten Stand, den die Gemeinde jemals verzeichnet hat. Sie stiegen seit den letzten fünf Jahren kontinuierlich an. Für das Jahr 2019 haben sie sich laut Rechenschaftsbericht auf 5 575 968 Euro erhöht. Die drei wichtigsten Einnahmequellen sind der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer, die Schlüsselzuweisungen im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs und die Gewerbesteuer. Bei der Gewerbesteuer gab es in den Jahren 2015 bis 2018 einen Abwärtstrend. Dieser fand 2019 mit 1 149 475 Euro ein Ende. Grund hierfür sind Nachveranlagungen, also eine nachträglich erforderliche Steuerberechnung, diverser Firmen für mehrere Jahre. Die Finanzverwaltung rechnet damit, dass die Gewerbesteuer in den nächsten Jahren wieder geringer ausfallen wird.

Ausgaben

Als wichtige Ausgabefaktoren nennt die Verwaltung die Kreisumlage, also Zahlungen der Gemeinde Nüdlingen an den Landkreis Bad Kissingen, und die Personalkosten. Im Zeitraum von 2016 bis 2019 erhöhten sich die Personalkosten um rund zwölf Prozent. Im selben Zeitraum erhöhten sich auch vergleichbare Löhne im öffentlichen Dienst.

Als außerplanmäßige Ausgaben führt die Verwaltung eine kaputtgegangene Heizung im Rathaus (1693 Euro) an, höhere Personalkosten für Kindergärten aufgrund gesetzlicher Änderungen, eine höhere Gewerbesteuerumlage, eine überörtliche Prüfung des Landratsamtes Bad Kissingen, die ein Jahr mehr umfasste, und Kosten für Spielplatz und Pflanzarbeiten, die im Baugebiet Bödelein 2 mit 38 273 Euro höher ausgefallen sind als geplant.

Wichtige Projekte im Vermögenshaushalt waren: die Erneuerung des Spielplatzes am Kindergarten Haard (33 334 Euro), der Austausch der Alarm- und Schließanlage im Rathaus sowie die Überarbeitung der Flucht- und Rettungswege (22 174 Euro), Planungsarbeiten für den Kanalbau RÜ 7 (73 282 Euro), eine Absauganlage für die Feuerwehr Haard (15 198 Euro), ein Mannschaftstransportwagen für die Feuerwehr Nüdlingen (61 356 Euro), ein neuer Unimog für den Bauhof (166 495 Euro) und ein Fahrzeug für das E-Werk (23 358 Euro). Die jährlichen Investitionen in die Stromnetzinfrastruktur schlagen mit 53 620 Euro zu Buche.

Der Gemeinderat beschloss, die Finanzplanung für den Bürger leichter zugänglich zu machen und den Haushaltsplan 2020 auf der Gemeindehomepage zu veröffentlichen.

In der Sitzung stimmten die Gemeinderäte gestellten Bauanträgen zu. Nach längerer Diskussion auch einem Antrag auf Änderung eines Einfamilienhauses im Riedweg.

In der Schenkgasse soll vom Landschaftsarchitekturbüro Neisser eine Kneippanlage gebaut werden.Die vom Büro errechneten Kosten für die Kneippanlage mit Bänken, Tischen und Sportgeräten betragen 89 930 Euro.

Außerdem soll die Kirchturmuhr in Haard repariert werden. Derzeit scheitert es noch daran, eine Firma zu finden, die sich der Reparatur annimmt, hieß es aus der Verwaltung.